Dr. Hans-Dieter Bottke · Am Pfaffenberg 3 · 55743 Idar-Oberstein | Mail: info@drbottke.de

Einleitung

Hier werden einige meiner Überlegungen zu den Grundlagen und Grenzen menschlicher Erkenntnis wiedergegeben. Alle Interessierte sind eingeladen mitzudiskutieren.

Insbesondere die Professorenschaft sei ganz im sokratischen Sinne hierzu aufgerufen.

 

 

Vielleicht kommen alle Beteiligten ja zu wirklich wegweisenden Erkenntnissen, indem sie sich gegenseitig klug reden. Ich beanspruche mit meinen Thesen keineswegs alles besser zu wissen als andere, sondern lasse mich gerne eines Besseren belehren. Mein Motto und das damit das dieser Internetseite lautet:

 

Ich habe eine Meinung, begründe dieses und stelle sie dann zur Diskussion.

Es sollen nur Argumente und nicht Titel oder Berühmtheit gelten! Also – liebe Professoren, insbesondere der Philosophie – habt weder Scheu noch gar Angst, Stellung zu beziehen. Seid wie Sokrates: Geht auf die Menschen zu, beteiligt Euch am aufklärerischen Diskurs und ver- schanzt Euch nicht in einem Elfenbeinturm!

Grundsätzliche Fragen der Menschheitsgeschichte:

  1. Können wir Menschen überhaupt etwas absolut sicher wissen?

  2. Wenn ja, was?

  3. Wo liegen die Grenzen unserer Vernunft?

  4. Gibt es für unsere rationale Vernunft unauflösliche Widersprüche?

  5. Können wir diese unauflöslichen Widersprüche für unsere rationale Vernunft akzep-

    tabel machen?

  6. Gibt es ‚Wahrheit’ für uns Menschen?

  7. Wenn es sie nicht gibt, können wir dann überhaupt eine Meinung oder These oder

    Theorie einer anderen vorziehen?

  8. Ist dann nicht alles gleich richtig oder falsch?

  9. Gibt es eine rational begründete Grundlage menschlichen Denkens und darauf auf-

    bauenden Wissens, selbst wenn sich herausstellen sollte, daß es unauflösliche Wider-

    sprüche sowie keine absolut sichere Grundlage menschlichen Wissens gibt?

  10. Gibt es Freiheit für uns Menschen?

  11. Gibt es Moral für uns Menschen?

  12. Wenn ja, gibt es einen rational begründbaren Maßstab für moralisches Handeln, der

    für alle freiheitsbegabten Vernunftwesen und damit auch für uns Menschen gilt?

  13. Können wir Menschen diesen Maßstab unabhängig von der Empirie gewinnen?

  14. Oder können wir Menschen immer nur aus der Empirie heraus Erkenntnisse ge-

    winnen?

  15. Können wir Menschen überhaupt von einem Sein auf ein Sollen schließen?

  16. Wäre in einem solchen Fall die Frage nach dem ‚Sollen’ und damit der Moral für uns

    Menschen nicht hinfällig, weil dann Sein und Sollen eh Ein und Dasselbe für uns

    wären?

  17. Gibt es einen Sinn des Lebens für uns Menschen?

  18. Wenn ja, worin besteht er?

  19. Kann die Sinnfrage letztlich befriedigend ohne den Glauben an einen, absoluten, all-

    wissenden, allmächtigen und gerechten Gott, der uns in Liebe geschaffen und auf ewig

    in Güte zugetan ist, beantwortet werden?

  20. Können wir für unsere rationale Vernunft die Allwissenheit und die Allmächtigkeit

    Gottes mit der Freiheit für uns Menschen in einen akzeptablen Einklang bringen?

Diese Fragen bewegen die Menschheits- und damit Philosophiegeschichte, schon sehr lange. Auch ich habe mir diese Fragen immer wieder gestellt und bei den großen Denkern und Dichtern nach Antworten gesucht. Auf dieser Suche sind mir viele sehr wertvolle Schätze zuteil geworden. Dafür möchte ich diesen Menschen an dieser Stelle meinen tief empfun- denen Dank abstatten. Ohne sie und ihre genialen Gedanken, niedergelegt in großenartigen Werken, wäre ich nicht der, der ich heute bin. Trotzdem fand ich auf die oben gegebenen Fragen – insbesondere wenn man alle 20 zusammennimmt – zunächst keine für mich be- friedigenden Antworten.

So war ich gezwungen, selbst Antworten zu suchen. Ich fand sie schließlich, indem ich – auf- bauend auf den großartigen Leistungen jener großen Denker und Dichter, mit denen ich mich beschäftigt hatte – an einigen entscheidenden Stellen gewissermaßen Schlußsteine in das Theoriegebäude einfügte. Dies mag zunächst einmal furchtbar anmaßend klingen. Aber ich behaupte, daß dem nicht so ist, sondern daß ich diesem selbst gestellten Anspruch gerecht ge- worden bin. Aber vielleicht täusche ich mich ja. Daher stelle ich meine Thesen zur Diskussion

und fordere geradezu jeden auf, mich zu widerlegen bzw. an der ein oder anderen Stelle zu korrigieren; Ergänzungen können ohnehin immer erfolgen, da kein Mensch im Ernst von sich behaupten kann, er hätte alles Erwähnenswerte selber bereits zum Ausdruck gebracht.

Grundsätzlich verfahre ich also bei all meinen öffentlich geäußerten Ansichten nach folgen- dem Prinzip:

Ich habe eine Meinung, begründe diese und stelle sie dann zur Diskussion.

Die ersten neun Fragen beschäftigen sich mit theoretischen Problemen, also kurz zusammen- gefaßt mit der Frage: Was kann ich wissen? Oder: Kann ich als Mensch überhaupt irgend- etwas wissen? Die Beantwortung dieser Frage(n) ist unter anderem für jegliche Wissenschaft unabdingbar, weil ansonsten kein Kriterium vorläge, um eine Theorie einer anderen vorzu- ziehen und damit jede Meinung – und sei sie nach allgemeiner Auffassung noch so absurd – gleich wahr bzw. falsch wäre. Schon Aristoteles hielt den Skeptikern seiner Zeit vor, daß, wer die Existenz von Wahrheit überhaupt leugne, selber davon ausgehe, daß seine Aussage – also die Leugnung von Wahrheit – wahr sei und sich damit selber widerspreche. Also, gibt es nun eine Wahrheit, gibt es irgendetwas, dessen wir Menschen absolut sicher sein können? Wann können wir sicher sein, daß wir in irgendeinem Fall uns ganz sicher nicht täuschen? Und warum sollten wir gerade in diesem ausgewählten Fall wirklich sicher sein können? Beim Versuch letzte Wahrheiten zu finden, sind die Menschen bisher immer gescheitert. Wir ver- stricken uns und unsere Vernunft bei solchen Versuchen immer zwingend in unauflösliche Widersprüche. Und dies wird auch zukünftig so bleiben, so meine Überzeugung. Dennoch meine ich einen Weg gefunden zu haben, der es ermöglicht, diese Widersprüche für unsere Vernunft akzeptabel zu machen und zugleich ein sinnvolles, pragmatisches Fundament zu legen, auf welchem wir vernünftigerweise aufbauen können, damit wir nicht dem Relati- vismus, der Beliebigkeit anheimfallen, ohne dabei in der Methode dogmatisch zu sein. Dieses Fundament ermöglicht es uns mit den Mitteln unserer Vernunft eine Theorie einer anderen aufgrund besserer Argumente vorzuziehen. Die Wissenschaften verfahren heute implizit in den meisten Fällen danach, sind sich aber bisher über das Fundament, auf dem sie letztlich stehen, nicht hinreichend bewußt geworden. Dies hat dann auch den ein oder anderen Fehler bzw. manche Unzulänglichkeit im Theoriegebäude zur Folge.

Meine Auseinandersetzung mit den ersten neun Fragen einschließlich meines pragmatischen Lösungsansatzes kann man kostenlos auf dieser Seite unter dem nachfolgenden Punkt 1.3. ‚Grundlagen und Grenzen menschlicher Erkenntnis’ nachlesen. Dort beschäftige ich mich auch am Schluß der Ausführungen mit modernen wissenschaftstheoretischen Theorien sowie deren Unzulänglichkeiten und lege dar, inwiefern mein Lösungsvorschlag besser geeignet ist, die Grundlagen und Grenzen menschlichen Denkens aufzuzeigen.

Die Fragen 10 bis 20 beschäftigen sich mit ‚Freiheit’, ‚Moral’, dem ‚Sinn des Lebens’ und mit ‚Gott’. Aufbauend auf den Erkenntnissen zu den ersten neun Fragen habe ich hier für mich befriedigende, wenn auch selbstverständlich keine absolut wahren Antworten gefunden, ohne dennoch auch hier einem Relativismus oder einer Beliebigkeit anheimzufallen. So begründe ich beispielsweise, wie man sehr wohl moralische Normen rational begründen und entspre- chende Maßstäbe entwickeln kann, ohne daß sie allerdings absolut oder, wie Kant es aus- drückt, ‚kategorisch’ gelten. Obwohl ich Kants Imperativ als außerordentlich brauchbaren Maßstab für moralisches Handeln ansehe, so kann er nicht absolut oder ‚kategorisch’ gelten, weil jener Maßstab letztlich doch auch nur aus der Empirie heraus entstanden ist, wie ich zeigen kann. Dennoch trotzt er wirksam der moralischen Beliebigkeit, vor welcher Kant ihn nur meinen schützen zu können, indem er versuchte, diesen unabhängig von allem empiri-

schen Sein zu entwickeln. Infolgedessen muß der Königsberger auch konsequenterweise davon ausgehen, daß es prinzipiell in jeder möglichen Situation eine eindeutig moralisch richtige Handlungsmaxime für uns Menschen gibt; natürlich unabhängig davon, ob wir jene Maxime dann auch befolgen. Ich zeige hingegen, daß Kant diesem Anspruch nicht gerecht wird und es als Mensch auch grundsätzlich nicht kann. Dennoch begründe ich, wie man seinen Imperativ als universellen Moralmaßstab verwenden kann, welcher aber weder ‚kategorisch’ gilt noch uns immer eine eindeutige Handlungsmaxime in jeder möglichen Situation bietet und dennoch wirksam dem Relativismus und der Beliebigkeit – wie oben bereits erwähnt – trotzt.

Schließlich habe ich – zumindest für mich selbst – einigermaßen zufriedenstellend die Fragen nach dem Sinn des Lebens und nach Gott beantwortet, wobei ich gleich anmerken möchte, daß ich hier selbstverständlich keine letzten, unbezweifelbaren Antworten gebe und geben will. Das wäre die größt mögliche Anmaßung eines Menschen: Es wäre Hybris, die ich zu- tiefst verabscheue. Ob und inwieweit anderen Menschen meine Überlegungen bei ihrer Sinnsuche helfen können, müssen sie jeweils für sich selbst entscheiden. Mir jedenfalls hat nicht zuletzt auch – wenngleich nicht nur – meine rationale Vernunft sehr geholfen, für mich befriedigende Antworten herauszuarbeiten und zum christlichen Glauben zu finden. Dabei war es für mich unter anderem sehr wichtig, eine zentrale Frage der Theologie für meine rationale Vernunft akzeptabel zu beantworten: Wie kann ich die Allwissenheit und Allmacht Gottes mit meiner eigenen Freiheit in einen akzeptablen Einklang bringen. Denn nur durch die Freiheit bin ich in der Lage, selber zu entscheiden, was ich tue. Und erst dadurch bin ich auch dafür moralisch verantwortlich zu machen. Erst dadurch werde ich ein Wesen mit eigener Würde. Aber wie bringe ich das mit Gottes Allmacht und Allwissenheit in einen für meine rationale Vernunft akzeptablen Einklang? Denn wenn Gott alles weiß, weiß er auch, was ich zukünftig tun werde. Und wie ist dann meine Freiheit, meine moralische Eigenver- antwortlichkeit und damit meine Würde überhaupt denkbar? Auch hierauf meine ich eine rational akzeptable Antwort gegeben zu haben, die Gottes Allwissenheit und Allmacht mit unserer Freiheit in Einklang bringt.

Sowohl die Auseinandersetzung mit den ersten neun Fragen als auch mit den darauffolgenden sowie noch einiges mehr ist in meinem Buch ‚Der Mensch – Eine kritische Auseinanderset- zung mit und selbst’ nachzulesen.

Wer Kontakt mit mir aufnehmen möchte, weil ihn sowohl die Fragen als auch meine Antwor- ten zu jenen interessieren, kann mich am besten unter folgender E-Postadresse erreichen:

info@drbottke.de

  • Grundsätzliche Fragen der Menschheitsgeschichte:

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  • Grundlagen und Grenzen menschlichen Denkens

    Unser Denken verstrickt sich notwendig in für uns unauflösbare Widersprüche, es ist in sich zerspalten und bildet doch zugleich immer eine Einheit, die zwar letztlich für unsere Vernunft nicht verständlich, aber dennoch für jene nicht nur emotional sondern auch rational akzeptabel ist. Nachfolgend sollen einige, grundlegende Widersprüche, die im Verlauf der Philosophie- geschichte diskutiert worden sind, kritisch erörtert werden, um schließlich fünf

    ‚pragmatische Setzungen’ als unabdingbare Grundlagen all unseren Denkens herauszuarbeiten. Damit wird in Methode und Inhalt wirksam sowohl Dogmatismus als auch Relativismus entgegengetreten.

    AAlles Wahrnehmbare besitzt eine Grenze, sonst wäre es für uns weder anschaulich erkennbar noch denkbar. Denn etwas, das wir uns körperlich, d.h. dreidimensional, vorstellen, ist not- wendig begrenzt und damit auch endlich. Wenn wir uns nun immer größere Räume vorstellen, dann begegnet uns die Frage nach einem größtmöglichen Raum, da wir jeden noch so großen Raum nur als endlich und damit begrenzt denken können und dennoch jeden noch so groß ge- dachten Raum wiederum als von einem noch größeren umgeben uns vorstellen müssen. Diese Reihe nimmt prinzipiell kein Ende, ist also unendlich;1 dies können wir uns jedoch nicht vor- stellen. Wir verwenden den Begriff der Unendlichkeit als Gegenbegriff zur Endlichkeit not- wendig, er ist in unserem Denken angelegt, ohne daß wir ihn wirklich verstehen, also in irgendeiner Weise positiv bestimmen könnten. Genauso wenig wie wir uns einen größten Raum vorzustellen vermögen, sind wir in der Lage, einen kleinstmöglichen zu denken. Jedes körperlich ausgedehnte Ding ist grundsätzlich – zu- mindest theoretisch – teilbar, denn dies ist eine der Räumlichkeit notwendig anhaftende Ei- genschaft. Somit ist alles Körperliche etwas Zusammengesetztes. Ein solches Ganzes stellt also die Summe seiner Teile dar. Ein letztes, kleinstes, unteilbares Teilchen, aus dem das Kör- perliche zusammengesetzt sein müßte, können wir uns aber nicht vorstellen, weil es keine räumliche Ausdehnung besitzen dürfte und somit seine Körperlichkeit einbüßte. Ein kleinstes, theoretisch nicht mehr teilbares Etwas wäre damit notwendig nicht mehr dreidimensional, es hätte keine räumliche Ausdehnung und könnte damit nicht mehr als ein Teil des Ganzen gel- ten, weil ihm eben jegliche Körperlichkeit abginge, so daß noch so viele ‚Unkörperliche’ niemals etwas Körperliches nach unserem Vorstellungsvermögen bilden könnten. Infolgedessen besitzt ein Ding entweder eine räumliche Ausdehnung, dann ist es teilbar, oder aber es ist un- teilbar und verliert seinen dreidimensionalen Charakter, wodurch es nicht mehr ein Teil des Ganzen sein kann. 2

    1 vgl. hierzu: Aristoteles, Physik, 3, 4 und 6; ich führe hier und im folgenden einige Aristoteles – Stellen auf, weil sie für mich eine wichtige intellektuelle Anregung bedeuteten, wobei ich allerdings dem antiken Autor nicht in seiner Einschätzung zu folgen vermag, daß jene Aporien auflösbar seien, wie jener dies an mehreren Stellen, sowohl in der Physik als auch Metaphysik, behauptet.
    2 vgl. hierzu: ebenda, 3, 7 sowie Platon, Parmenides Dialog

    Die Unendlichkeitsproblematik soll nachfolgend an Beispielen mithilfe von Zahlen bzw. Zahlenmengen erörtert werden. Stellen wir uns einen Zahlenstrahl vor: Ausgehend von Null ist eine unendliche Fortführung sowohl in positiver als auch in negativer Richtung zu konsta- tieren, weil man eine beliebige Zahl durch Addition vergrößern kann. Somit ist ein Zahlen- strahl grundsätzlich von Null beginnend in beide Richtungen als unendlich anzusehen. Etwas Größeres als das Unendliche ist nicht denkbar. Denn was sollte größer als das Nicht-Endliche sein? Es endet ja niemals und ist damit als Verneinung alles Endlichen, das, so groß es auch immer sein mag, eben doch endlich und eben nicht unendlich ist. Für unsere Vernunft, die zu jedem Positivum notwendig immer auch das dazugehörige Negativum, also die Verneinung des ersteren mitdenken muß, ist also das Unendliche das logisch notwendige Negativum zum Endlichen und damit das größt mögliche Denkbare, das zwar nur negativ als das Nicht-End- liche, also als kontradiktorischer Gegenpol zum Positivum der Endlichkeit vorgestellt werden kann. Aber es ist trotz seiner rein negativen Bestimmtheit notwendig, um überhaupt erst den Begriff der Endlichkeit für uns definierbar zu machen. Darüber hinaus ist das Endliche in all seinen Facetten – im Gegensatz zum Unendlichen – prinzipiell einer inhaltlichen Bestimmung durch unsere Vernunft sehr wohl zugänglich, indem wir alles endlich empirisch Erfahrbare und Denkbare im Prinzip zumindest teilweise erfassen, einordnen und bewerten können und müssen. Dennoch steht jedem Sein bzw. auch So-Sein logisch zwingend ein Nicht-Sein bzw. ein Nicht-So-Sein gegenüber, ohne daß eine Negation in jedem Fall zwingend durch unsere Vernunft bestimmbar sein muß, wie beispielsweise in bezug auf die Unend- lichkeit! Nun wenden wir uns eingedenk dessen wieder dem Zahlenstrahl zu: Für unsere Vernunft er- gibt sich das Problem, daß der unendlich lange Zahlenstrahl in positiver Richtung nicht als genauso lang gedacht werden kann, wie die Länge beider, d.h. sowohl derjenige in positiver als auch negativer Richtung, welcher ebenfalls unendlich lang ist. Warum ist dies so? Nun, wir sind durch unsere Vernunft genötigt, eine Menge, die alle Elemente einer anderen Menge enthält, aber darüber hinaus noch weitere, als größer zu identifizieren. Dies rührt daher, daß es in der Endlichkeit auch gilt, aber sobald die Unendlichkeit – als notwendig zu denkende Negation der Endlichkeit – in Anschlag gebracht wird, ein Problem entsteht: Hinsichtlich des Beispieles des Zahlenstrahls in positiver wie in negativer Richtung müßte eine Verdoppelung der Unendlichkeit gedacht werden. Dies beinhaltet aber notwendig einen Widerspruch zu der Behauptung, daß das Unendliche das größtmögliche Denkbare sei. Entsprechendes gilt für folgendes Beispiel: Die Menge der rationalen Zahlen zwischen zwei ganzen Zahlen ist unendlich groß, wie z.B. zwischen 1 und 2. Ebenso unendlich ist diese Menge aber auch zwischen 1 und 3, obwohl ganz offensichtlich die Menge der rationalen Zahlen hinsichtlich des letzteren Beispiels als größer für unsere Vernunft gedacht werden muß, als bei ersterem. Ausgehend von unserer der Endlichkeit verhafteten Vernunft ergibt sich folgender logischer Schluß: Die Menge der rationalen Zahlen zwischen 1 und 3 enthält alle rationalen Zahlen zwischen 1 und 2 und darüber hinaus aber eben noch jene zwischen 2 und 3, welche offensichtlich nicht in der Menge zwischen 1 und 2 enthalten sein können, so daß die Menge der rationalen Zahlen zwischen 1 und 3 auf jeden Fall für unsere Vernunft, welche notwendig in der Endlichkeit verhaftet ist, als größer gedacht werden muß als die- jenige zwischen 1 und 2, weil sie alle Zahlenwerte jener enthält, aber eben noch weitere. Andererseits widerspricht dies der Aussage, daß das Unendliche das größtmögliche Denkbare für uns ist, wie oben bereits erwähnt. Denn was sollte auch größer als das Unendliche sein? Obwohl wir den Begriff der Unendlichkeit nicht weiter positiv mithilfe unserer endlichen Vernunft bestimmen können (s.o.), müssen wir ihn dennoch notwendig konstruieren. Wir können gar nicht anders, wie oben bereits mehrfach gezeigt werden konnte. Und die Negation der Endlichkeit als solcher – sprich die Unendlichkeit – ist damit logisch für unsere endliche Vernunft das größt mögliche Denkbare. In der Mathematik beweist man die Gleichmächtigkeit3 zweier unendlicher Mengen durch das Aufzeigen einer Bijektion4 zwischen beiden, so daß z.B. die Menge aller natürlichen Zahlen gleichmächtig im Vergleich zu jener der geraden natürlichen Zahlen ist:

    Beweis:

    Es liegen hiermit zwei sich kontradiktorisch widersprechende Aussagen hinsichtlich der Größe bzw. Mächtigkeit von unendlichen Zahlenmengen vor, die mithilfe der Ratio unserer Vernunft beide logisch begründet worden und in sich jeweils widerspruchsfrei sind. Dieser Widerspruch5 ist für unsere Vernunft schlechterdings unauflösbar, obwohl wir dennoch den für uns letztlich unverstehbaren Begriff der Unendlichkeit allein schon deshalb verwenden müssen, um zu wissen, was Endlichkeit bedeutet, wie oben bereits ausgeführt. Die hier gewonnen Einsichten werden in Kapitel 6 eine wichtige Rolle spielen, um für unsere Vernunft die Vereinbarkeit von der Allmacht und Allwissenheit Gottes mit unserer mensch- lichen Freiheit und damit Würde rational akzeptabel zu machen, ohne es letztlich allerdings rational völlig verstehen zu können. Dennoch kann eben gezeigt werden, daß das Eine – also die Allmacht und Allwissenheit Gottes – nicht kategorisch das Andere – also unsere Freiheit – ausschließt!

    3 Zum mathematischen Begriff der ‚Mächtigkeit’ siehe: Brockhaus. Die Enzyklopädie in vierundzwanzig Bän- den. Zwanzigste, überarbeitete Auflage. Leipzig Mannheim 1996. Dreizehnter Band, S. 709, s.v. Mächtigkeit; vgl. hierzu auch folgende Internetadresse: http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%A4chtigkeit_%28Mathematik%29

    4 Eine Bijektion liegt genau dann vor, wenn eine Abbildung sowohl surjektiv als auch injektiv, also umkehrbar eindeutig bzw. eineindeutig ist. Somit werden zwei Mengen als gleichmächtig oder äquivalent bezeichnet‚ wenn es eine bijektive Abbildung von der einen auf die andere gibt. Zu diesem Begriff habe ich eingesehen: B. Hup- pert: Lineare Algebra I. Vorlesungsskript zum Wintersemester 1990 des Fachbereiches Mathematik der Johannes Gutenberg Universität Mainz, S. 14 – 15. Darüber hinaus finden sich im Internet z.B. auf den entsprechenden Seiten der Universitäten zu diesem Begriff weitere wissenschaftliche Erläuterungen. Vgl. hierzu auch: Brock- haus, dritter Band, S. 312, s.v. Bijektion sowie Brockhaus, erster Band, S. 19, s.v. Abbildung

    5 Die Mathematik stellt nur einen Teilbereich der Logik dar. In der Mathematik, so wie sie von den Fachver- tretern eingegrenzt wird, tritt obiger Widerspruch nicht auf, da sie dieses Problem in seiner ganzen Dimension für unsere Vernunft schlicht ignorieren, indem sie eine durchaus für mathematische Probleme sinnvolle Operationalisierung des Unendlichkeitsbegriffes vornehmen. Dadurch wird allerdings noch keineswegs der für unsere Vernunft zwingende und logisch eindeutig belegbare Widerspruch ausgeräumt.

    Weiteres entnehmen Sie bitte aus meiner angefügten PDF Datei.

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  • Sinnlosigkeit nein danke!

    Der alltäglichen Sinnlosigkeit durch gute Taten entfliehen

    Wer will schon sinnlos sein Leben verbringen und sich am Ende fragen müssen: War das etwa schon alles?! Wohl niemand. Aber fragt Euch doch einmal selbst: Wie läuft Euer Leben denn so ab? Seid Ihr wirklich zufrieden damit? Wisst Ihr überhaupt, was Ihr selbst für sinn- voll haltet? Oder hechelt Ihr nur von Termin zu Termin, arbeitet fast rund um die Uhr, fühlt Euch wie in einem Hamsterrad, in welchem man läuft und läuft und läuft, ohne jemals vor- wärts zu kommen? Wenn ich keinen tieferen Sinn in meinem Leben erkenne, dann drohe ich einer sinnlosen Leere zu verfallen, im Nirgendwo fremdbestimmt umherzuirren, gleich einem hilflosen Dahintreiben in einem unendlichen Ozean ohne Aussicht, jemals ein rettendes Ufer zu erreichen und letztlich einfach unterzugehen. Versucht Ihr das Gefühl und die Folgen einer solchen Sinnlosigkeit durch das Nichtnachdenken über diese eigentlich so bedeutsame Frage zu ignorieren? Dienen Euch Partys und andere mehr oder weniger unverbindliche Anlässe als willkommene Ablenkung, sich dieser Frage nicht ernsthaft zu stellen? Oder betäubt Ihr das manchmal aufkeimende Gefühl der Sinnlosigkeit durch Konsum von Alkohol und oberflächlicher Fernsehunterhaltung?

    Also nochmals: Soll das wirklich schon alles sein?!

    Ich bin der festen Überzeugung: Nein, das darf und das muss nicht alles sein!

    Ich jedenfalls habe meinen Sinn im Leben gefunden und bin sehr zufrieden, in manchen Augenblicken sogar glücklich, trotz aller Schwierigkeiten und Rückschläge, die selbstverständlich auch mir bisher widerfahren sind und es zukünftig weiterhin werden. Ich mache mir dabei allerdings immer wieder bewusst, dass es sich bei dieser Sinnfindung nicht um einen einmaligen Akt handelt und sich damit alles gewissermaßen erledigt hat. Nein, es ist ein bis ans Lebensende zu be- schreitender Weg mit immer neu zu meisternden Herausforderungen. Nur sollte man eben schauen, dass man den für sich selbst richtigen gefunden hat. Auf dieser Seite will ich hierzu einige meiner Gedanken vorstellen. Vielleicht hilft es dem ein oder anderen bei seiner eigenen Sinnsuche. Das Nachdenken darüber, das ich hiermit befördern will, ist Teil meiner Sinnstif- tung. Dennoch muss natürlich jeder Mensch seinen eigenen Weg finden. Aber um diesen Weg überhaupt erst beschreiten zu können, ist es erforderlich, sich auf jenen erst einmal ernsthaft zu begeben und nicht durch Verdrängung oder Nichtachtung zu meiden. Auch diejenigen, die meinen, im Großen und Ganzen den richtigen Weg für sich bereits gefunden zu haben, können hier vielleicht die ein oder andere zusätzliche Anregung finden, um ihr eigenes wie das Leben anderer Menschen zu bereichern. Schließlich kann niemand – ich selbst natürlich eingeschlossen – davon ausgehen, schon immer ganz allein alles Sinnvolle selber herausge- funden zu haben. Daher lohnt es sich aus meiner Sicht weiter zu lesen, nicht jetzt schon auf- zugeben und einfach wegzuklicken. Also, auf geht’s!

    Nichts ist meiner Meinung nach so sinnstiftend, wie gute Dinge zu vollbringen. Es muss, ja es kann sich dabei zumeist nicht um Heldentaten handeln. Gerade die vielen Möglichkeiten im Alltag Gutes zu tun, sollen hier im Vordergrund stehen. Wer kennt nicht das befriedigende, ja teilweise sogar Glück bringende Gefühl, sich oder anderen etwas Gutes getan, etwas Sinn- volles geleistet zu haben?! Was ist aber ‚gut’ und damit letztlich sinnvoll? Ich meine, alles was der Würde des Menschen zuträglich ist.

    Aber worin besteht die Würde des Menschen und wie achte und befördere ich sie am besten und fühle mich dadurch auch wirklich zufriedener? Meiner Meinung nach ruht die menschliche Würde ganz entscheidend auf drei Säulen: Freiheit, Vernunft sowie Mitgefühl und Liebe.

    Zur Freiheit:
    Nur weil wir zumindest teilweise frei sind, unterscheiden wir uns beispielsweise von einer Maschine, bei der alles nach einem vorher festgelegten Programm abläuft. Sie selber besitzt keine Möglichkeit, aus eigenem Entschluss davon abzuweichen. Sie hat sozusagen nicht die Möglichkeit, sich aus dem oben beschriebenen Hamsterrad zu befreien. Ja, sie kann nicht ein- mal merken, dass sie so ist, wie sie ist. Erst durch das Gefühl von Freiheit, können wir uns als Menschen überhaupt wahrnehmen, uns als nicht ausschließlich fremdbestimmt empfinden und somit ein wahres Ich-Gefühl entwickeln.

    Zur Vernunft:
    Durch die Vernunft wiederum sind wir in der Lage, unsere Freiheit sinnvoll zu nutzen, weil wir mit ihrer Hilfe nicht nur willkürlich mal das eine, mal das andere tun; gewissermaßen ohne Sinn und Verstand. Die Vernunft ermöglicht uns beispielsweise Planungen oder Abwä- gungen vorzunehmen, was für uns selbst, aber auch für andere nachhaltig von Nutzen sein kann.

    Zu Mitgefühl und Liebe:
    Das Mitfühlen mit dem Schicksal anderer Menschen – sei es im Glück oder Unglück – ist zu- tiefst menschlich, und jeder kennt es. Wir können uns mit anderen über ihr Glück freuen und zusammen mit ihnen über ihr Unglück trauern. Wir können sowohl Mitgefühl schenken als auch empfangen. Und wer will dies letztlich wirklich missen? Wohl kaum jemand. Wir wollen selber lieben und geliebt werden. Nur um wirklich andere lieben zu können, müssen wir zunächst auch uns selbst lieben, denn nicht umsonst heißt es: Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst.

    Demnach sind alle Menschen aufgerufen, sowohl ihre eigene Würde als auch die anderer Menschen zu achten und zu befördern und dadurch selbst einen tieferen Sinn im Leben zu finden und anderen bei ihrer Sinnfindung behilflich zu sein.

    Ein Sinnspruch könnte lauten:

    Tue Gutes auch im Kleinen, im Alltag und mache es Dir selbst bewusst, auf dass Du dadurch bei Deiner Sinnsuche erfolgreich bist. Erwarte nicht zu viel, auf dass Du nicht enttäuscht wirst. Bemühe Dich um Ehrlichkeit vor allem Dir selbst gegenüber, insbesondere hinsichtlich der Moralität der eigenen Handlungen. Bedenke, dass Deine Zeit auf Erden begrenzt ist und die Tatsache, dass Du etwas getan oder unterlassen hast, ewigen Bestand hat, im Gegensatz zum Ergebnis Deines Handelns. Vergiss dabei dennoch nicht, auch Dein eigenes Wohlbe- finden als ein mit Würde ausgestattetes, freiheitsbegabtes Vernunftwesen zu befördern. Achte andere Menschen ebenfalls als solche Wesen und benutze sie nicht bloß als Mittel, sondern immer auch als Zweck an sich selbst. Glaube an einen guten, barmherzigen Gott, der uns im endlichen Diesseits wie im unendlichen Jenseits in Liebe zugetan ist. Er hat uns mit Freiheit und damit Verantwortung und Würde ausgestattet, auf dass wir im irdischen Leben möglichst viel Gutes tun sollen. Bedenke, dass Du spätestens am Ende Deines Lebens nicht nur Dir selbst, sondern auch Gott gegenüber Rechenschaft ablegen musst und er das für Dich Ge- rechte gemäß Deiner irdischen Taten bereithalten wird. Sorge Dich in diesem Bewusstsein um Deine eigene Würde wie um diejenige Deiner Mitmenschen durch moralisch gute Taten nach Kräften. So findest Du hoffentlich, was Du suchst: Ein sinnerfülltes Leben.

    Um besser verstehen zu können, wie ich meinen Sinn im Leben gefunden habe und hoffe, ihn auch weiterhin zu finden, stelle ich mich in einer Kurzbiographie (s.u.) vor und biete zudem einige grundsätzliche Überlegungen zu diesem Thema zur Lektüre an. (s.u.) An dieser Stelle möchte ich ausdrücklich alle herzlich zur Mitwirkung an meinen ehrenamtlichen Projekten einladen, welche sich mit entsprechenden Links in meiner Kurzbiographie finden.

    Kurzbiographie:

    Ich wuchs in einer Mannesmann – Arbeitersiedlung in Ratingen bei Düsseldorf auf. Nach dem Abitur absolvierte ich zunächst eine Ausbildung zum Industriekaufmann bei einem mittelständischen Industriebetrieb in Düsseldorf. Danach studierte ich an den Universitäten Duisburg, Frankfurt am Main und Mainz die Fächer Geschichte, Philosophie, Wirtschafts- wissenschaften und Politik. Nach dem Magisterabschluss promovierte ich zu dem althistori- schen wie ökonomischen Thema ‚Römische Mietshäuser’ und beschäftigte mich dabei mit den im antiken Rom anzutreffenden Wohnverhältnissen und deren bautechnischen sowie ökonomischen Ursachen.

    Aufgrund dieses von Beginn an interdisziplinär angelegten Studiums konnte ich die Vorzüge der damit verbundenen Erweiterung des eigenen intellektuellen Horizontes erkennen, obwohl der Arbeitsaufwand doch erheblich war, weil beispielsweise das Erlernen des Altgriechischen viel Zeit und Disziplin erforderte oder aber die mathematischen Grundlagen für das Verständ- nis ökonomischer Modelle erst einmal erarbeitet sein wollten.

    Da ich mein Studium selbst finanzieren musste, weil mein Vater bereits zwei Jahre vor meinem Abitur verstorben war und ich nicht auf das staatliche Bafög zurückgreifen wollte, machte ich mich schon zu Beginn des Studiums selbständig und gründete mit zwei Kommi- litonen eine kleine Baufirma. Doch nach einiger Zeit kam ich zu dem Ergebnis, dass das Stu- dium, so wie ich es mir vorstellte, mit der Firma nicht sinnvoll zu vereinbaren war, so dass ich sie meinen Gesellschaftern überließ und mich voll und ganz der Universität widmen konnte, da ich nun über genügend finanzielle Mittel verfügte.

    Während des Promotionsstudiums (1994 – 1999) arbeitete ich allerdings zwischen 1995 und 1998 zeitweise als Privatdozent bei einer in Koblenz ansässigen Personalentwicklungsfirma, sowohl um meine Rücklagen nicht ganz aufzubrauchen, aber auch damit ich mehr über den Bereich der Erwachsenenbildung in Erfahrung bringen konnte. Gleichzeitig gründete ich mit einem ehemaligen Kommilitonen Ende 1996 in Mainz ein privates Lehrinstitut – die Schüler- förderung Rhein-Main –, welches ich von 1999 bis Mitte 2012 alleine führte.

    Darüber hinaus habe ich einen Vertrieb für elektronische Bücher im Herbst 2009 eröffnet, auf welchem zurzeit zehn von mir verfasste Titel zum Thema ‚Bildung’ käuflich zu erwerben sind. Einige E-Bücher dienen auch als Lehrbücher an Hochschulen. Neben diesen Büchern biete ich Schulungen und Beratungen in vielen Fachbereichen für Schulen und Unternehmen an. Außerdem habe ich im Auftrag der IHK Seminare für Auszubildende konzeptioniert und führe sie teilweise auch selbst bei namhaften Unternehmen wie Michelin oder KHS durch. Die Internetadresse lautet: www.drbottke-e-buchvertrieb.de

    Seit November 2007 bin ich ehrenamtlich im ‚Verein Deutsche Sprache e.V. (VDS)’ für die Region 55... im Regionalvorstand tätig. Mehrmals organisierte ich den Buchstabierwettbe- werb, der unter der Schirmherrschaft des VDS steht: www.Buchstabierwettbewerb.de

    Schließlich versuche ich mithilfe einer im Frühjahr 2010 von mir ins Leben gerufenen Initia- tive zusammen mit anderen Engagierten, insbesondere junge Menschen für das Thema ‚Bil- dung’ zu gewinnen und zum Mitmachen zu bewegen: www.dummheit-nein-danke.de

    Grundsätzliche Überlegungen für ein sinnerfülltes Leben

    Viele Menschen leben gerade auch heutzutage einfach nur so vor sich, erledigen täglich im Beruf wie privat dies oder jenes, lassen sich durch alles Mögliche die Zeit vertreiben und stellen irgendwann erschrocken fest: War das schon alles?! Spätestens dann wird ihnen so langsam ihre Verlorenheit in der alltäglichen Sinnlosigkeit bewusst. Sie sind einfach nur so da auf dieser Erde. Aber warum eigentlich? Was bleibt von uns? Nichts weiter als auseinander fallende Atome?! Befällt nicht so manch einen die Befürchtung, nur ziel- und damit orientie- rungslos in einem sinnlos erscheinenden Dasein umherzuirren. Verdrängen und betäuben wir dieses Gefühl nicht allzu oft: Beispielsweise durch unsere fast ausschließliche Konzentration auf die Arbeit, die Karriere, Geld, Status, Bewunderung und Applaus von anderen, oder aber im Gegenteil lassen wir uns hängen, treiben nur so in den Tag hinein, konsumieren Alkohol, seichte Fernsehunterhaltung und dergleichen? Soll das wirklich schon alles gewesen sein? Nein, das wird im Ernst wohl niemand behaupten wollen.

    Nachfolgend sollen einige Gedanken zunächst in neun Punkten kurz benannt und danach et- was ausführlicher erläutert werden, die ich für mich als sinnstiftend herausgefunden habe. Manchem mögen sie ganz konkret helfen, anderen lediglich zur Inspiration dienen, wieder andere empfinden zumindest in einigen Punkten ganz anders. Jeder muss letztlich seinen ganz eigenen Weg finden, beschreiten und sich dafür auch verantworten.

    Zunächst nun die Auflistung der neun Punkte:

    1. 1.Als freiheitsbegabte Vernunftwesen besitzen alle Menschen eine zu achtende Würde.
    2. Wir Menschen sind prinzipiell in der Lage, frei zu entscheiden. Erst dadurch unter- scheiden wir uns beispielsweise von Maschinen, die einfach nur nach einem vorge- gebenen Programm funktionieren. 3
    3. Daher sind wir – wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß – prinzipiell darum be- müht, unseren Freiheitsspielraum zu erhöhen. Erst durch diesen können wir selbstbe- stimmt unser eigenes Leben leben und es als solches auch empfinden.
    4. Bei unserer Selbstverwirklichung müssen wir aber auch immer darauf achten, allen anderen Mitmenschen das gleiche Recht zur Selbstverwirklichung einzuräumen. Moralisch sind wir also dazu aufgerufen, unsere eigene Würde wie die aller anderer Menschen in gleicher Weise zu achten und zu schützen.
    5. Indem wir moralisch Gutes tun und uns dessen auch selbst vergewissern, können wir einen tieferen Sinn im Leben finden.
    6. Nur durch die Endlichkeit unseres irdischen Daseins, unser Bewusstsein über unseren eigenen Tod erwächst in uns eine Wertschätzung des Guten und Schönen wie der Dramatik und Tragödie unseres Lebens: Ohne unser Wissen um unseren irdischen Tod wäre alles einfach nur belanglos.
    7. Durch die Bewältigung von Herausforderungen im Alltag erzielen wir das Gefühl einer Befriedigung in uns. Je mehr und / oder länger wir uns dafür anstrengen mussten, desto tiefer und anhaltender empfinden wir diese Befriedigung.
    8. Die Ergebnisse all unserer Handlungen sind vergänglich: Kinder, die wir groß gezo- gen haben, werden auch irgendwann sterben, sowie deren Kindeskinder, selbst die großartigsten Bauwerke werden dereinst zu Staub zerfallen. Einzig die Tatsache, dass wir etwas getan oder unterlassen haben, bleibt ewig: Wenn wir etwas moralisch Gutes oder auch Schlechtes getan haben, bleibt die Tatsache, dass wir es getan haben, ewig als solche bestehen. Nichts können wir rückgängig machen. Nur in Zukunft können wir im Bewusstsein dessen Gutes tun, uns es selbst dies klar machen und darin eine Sinnstiftung erfahren.
    9. Erst der Glaube an einen guten, barmherzigen Gott, der uns in diese Welt als freiheits- begabte Vernunftwesen mit eigener Verantwortung entlassen hat und uns auf ewig in Liebe im endlichen Diesseits wie im unendlichen Jenseits zugetan ist, erfahren wir die letzte und höchste Stufe der Sinnstiftung.

    Erläuterung der neun Punkte

    Worin besteht der Sinn des Lebens? Eine, wenn nicht die zentrale Frage für uns Menschen! Zunächst ist man versucht zu sagen, dass es hierauf keine für alle gleiche Antwort gibt. Dies mag, bezogen auf die konkrete Ausgestaltung im Leben eines jeden, richtig sein, aber viel- leicht lassen sich dennoch Gemeinsamkeiten für alle Menschen herausarbeiten.

    Wenn wir voraussetzen, dass alle Menschen freiheitsbegabte Vernunftwesen sind und danach streben, ihre Freiheit mit Hilfe ihrer Vernunft zu nutzen, dann können wir hier einen Aus- gangspunkt zur Beantwortung der Sinnfrage ausmachen. Denn ohne Freiheit stellte sich diese zentrale Frage erst gar nicht, weil alles vorausbestimmt wäre und einem mechanistischen Uhr- werk gleich abliefe: Alles wäre so wie es ist, weil es notwendig so sein müsste und auch in Zukunft würde sich daran nichts ändern können. Wir nehmen in uns aber nicht nur ein Gefühl der Freiheit wahr, sondern versuchen auch von ihr Gebrauch zu machen, weil wir uns eben erst dadurch von einer fremdbestimmten Maschine unterscheiden. Somit gilt für jeden Men- schen, dass er danach strebt, frei zu sein, d.h. möglichst viel selbst bestimmen zu können und dabei nicht durch äußere Umstände eingeschränkt zu sein. Die Vorstellung einer völligen Unfreiheit ist für uns letztlich schier unerträglich. Der Mensch muss also die Umwelt nach seinen Vorstellungen verändern können, da nur so Freiheit wirksam werden kann. Allein diese Gestaltungsmöglichkeit besitzt einen Eigenwert für uns, denn ohne sie wären wir – wie bereits erwähnt – Maschinen und keine Menschen mit einer besonderen Würde. Worin der jeweilige Freiheitsspielraum besteht und wie groß er ist, hängt natürlich immer von der kon- kreten Lebenssituation ab: Von den äußeren Umständen oder eigenen Wünschen, worauf wir unser Streben nach Freiheit richten und mit welcher Intensität wir dies tun. Jeder Mensch muss sich seine eigenen Entscheidungsspielräume schaffen und schaffen können, ohne dabei dem gleichen Streben anderer einen ungebührlichen Abbruch zu tun, d.h. wir müssen bei unserer Selbstverwirklichung immer darauf achten, dass andere das gleiche Recht dazu haben.

    Die oben gestellte Frage lässt sich demnach nicht inhaltlich gleich für alle Menschen beant- worten, sondern nur insofern, als dass das Streben nach Freiheit die Grundlage für ein Leben mit Sinn darstellt. Worauf sich dieses Streben jeweils konkret richtet, liegt, abgesehen von den Einschränkungen der Umwelt, an jedem selbst. Eine humane Gesellschaft muss also zum Ziel haben, den Menschen ein möglichst selbstbestimmtes, aber damit auch selbstverantwort- liches Leben durch die Schaffung entsprechender Rahmenbedingungen zu ermöglichen.

    Im Rahmen seines Freiheitsspielraumes ist jeder Mensch infolgedessen selbst verantwortlich für sein Dasein und zwar auch hinsichtlich der eigenen Sinngebung. Niemand kann und darf sie ihm abnehmen, denn dadurch verlöre er ja gerade das, was ihn als freiheitsbegabtes Wesen auszeichnet. Kein Mensch kann dieser zentralen Problematik letztlich ausweichen, da durch das Wissen um die eigene Vergänglichkeit, den Tod, sich uns die Existenzfrage unabweisbar aufzwingt: Sie durchdringt unser ganzes Dasein, ja sie ist geradezu konstitutiv für jenes. Denn wenn wir davon ausgehen dürften, dass wir ewig lebten, besäße nichts wirklich eine Bedeu- tung und damit einen Wert für uns, alles könnte ja irgendwann später noch Beachtung finden, bearbeitet, durchdacht oder erledigt werden. Desweiteren könnte uns nichts existentiell Bedrohliches zustoßen, so dass wir um die Einzigartigkeit unserer selbst einschließlich der damit verbundenen Würde gar nicht wissen könnten, weil sie überhaupt nicht vorhanden wäre, jedenfalls wenn wir von unseren jetzigen intellektuellen Möglichkeiten ausgehend eine unendliche Dauer unseres irdischen Daseins unterstellten. Somit ist der Tod eine notwendige Bedingung, um die Existenz- und damit die Sinnfrage überhaupt stellen und die Dramatik des irdischen Lebens, mit ihren schönen wie schrecklichen Seiten, würdigen zu können. Indem wir uns bewusst mit der Todesproblematik auseinandersetzen, gewinnen wir die Möglichkeit, aber keinesfalls die Sicherheit, ein sinnerfülltes Leben zu führen.

    Abschließend soll in diesem Zusammenhang noch angemerkt werden, dass wir auch durch folgende Erkenntnis Zuversicht finden können: Alles von uns Geschaffene mag vergänglich sein, aber die Tatsache, dass wir es geschaffen haben, bleibt unvergänglich. Diese eigentlich doch so banale Einsicht scheint allerdings vielen, nach dauerhaftem Ruhm strebenden Men- schen, bisher nicht hinreichend klar gewesen zu sein. Denn sie versuchten zumeist stets, dass ihre Werke die Zeiten überdauerten bzw. dass sie von nachkommenden Generationen noch verehrt werden würden, um wenigstens dadurch in gewisser Weise über ihr irdisches Dasein hinaus ‚weiterzuleben’. Nicht zuletzt dieses Streben nach angeblich ‚unvergänglichem Ruhm’ spornte Menschen zu Höchstleistungen an, die leider häufig negative oder gar schreckliche Folgen zeitigten. Daher sollte man sich meiner Meinung nach darauf besinnen, moralisch zu handeln und infolgedessen einen Verdienst erringen, der als solcher unvergänglich und zu- gleich gut ist, denn Berühmtheit allein bedeutet in diesem Sinne gar nichts!

    Das Streben vieler Menschen nach Ruhm bzw. öffentlicher Anerkennung wird dann proble- matisch, wenn eine innere Leere, ein Sinnvakuum, damit verdrängt werden soll, so dass man nur dann glaubt, einen Wert und somit eine ganz eigene Würde zu besitzen, solange einem der Beifall des Publikums zuteil wird. Eine derart oberflächliche und vor allem fremdbestimmte Sinngebung ist letztlich überhaupt keine. Man ist einer ständigen Unruhe und Unsicherheit ausgeliefert und giert wie ein Süchtiger geradezu nach Anerkennung, sei es im Beruf oder im Privatleben durch Zurschaustellung der eigenen Konsummöglichkeiten in Form von Status- symbolen wie Reisen, Autos oder Markenkleidung. Ich wende mich hier nicht gegen den durchaus berechtigten Stolz auf eine eigene Leistung, die sich auch in solchen Symbolen widerspiegeln kann, sondern dass ihnen eine zu große Bedeutung bei der Suche nach dem eigenen Wert als Person zugemessen wird, wenn auch zum Teil wahrscheinlich unbewusst. Viele fallen daher in ein tiefes Loch, wenn diese Form der Anerkennung ausbleibt oder man feststellen muss, dass man die Sinnfrage genau daran festgemacht hat und seinem Leben keinen Sinn darüber hinaus zu geben vermag. Auch diejenigen, die vielleicht nicht so sehr nach Beifall heischen, betäuben das Gefühl der inneren Leere durch Konsum. Es muss immer etwas neues, noch Ausgefalleneres sein. Die Reizdosis ist ständig zu steigern, um nicht der Langeweile anheimzufallen. Ein Moment der Ruhe, ein Zurückgeworfensein auf sich selbst wird dann als existenzielle Bedrohung empfunden, der man sich durch die Flucht in den Kon- sumrausch oder andere Oberflächlichkeiten zu entziehen versucht, nur um dieser so entsetz- lich aufdringlichen Stille nicht ausgeliefert zu sein. Aber die Verlockungen sind natürlich auch sehr groß, und Möglichkeiten der kurzweiligen Zerstreuung drängen sich einem gerade- zu auf, so dass es leicht fällt, sich in diesem Rausch ziellos weitertreiben zu lassen, aus dem Fluss Lethe zu trinken, um alles irdische Leid zu vergessen und sich einer Illusion des ewigen, sorglosen Frühlings im Elysium hinzugeben. Das Erwachen ist dann aber umso ernüchternder. Wenn man z.B. über seine Verhältnisse gelebt hat und nun nicht mehr so viel konsumieren kann wie bisher, dann ist die Bitternis groß, wobei viele versucht sind, lieber die Schuld bei anderen suchen, anstatt sich selber kritische Fragen zu stellen. Dies war man ja auch bisher nicht gewohnt, sondern entzog sich dem durch die Flucht ins Sorglos-Unverbindliche, man betäubte erfolgreich alle Warnsignale und steht nun mit leeren Händen da. Ich will hier garnicht prinzipiell jegliches, auch oberflächliche Konsumvergnügen verdammen, sondern ich warne nur eindringlich vor der eigenen Auslieferung daran, so dass man wie ein Süchtiger solchem fremdbestimmten Vergnügen hingegeben ist und nur sehr eingeschränkt noch als Autor seines Lebens gelten kann. Dadurch büßt man letztlich auch einen Großteil seiner Würde ein. Man soll durchaus genießen, aber dennoch nicht dem Genuss völlig anheimfallen, auf dass man von ihm beherrscht wird.

    Ich plädiere daher an dieser Stelle für ein möglichst selbstbestimmtes Leben, in welchem man sich Freiheitsspielräume erarbeiten soll, ohne anderen, die das gleiche Recht dazu haben, einen ungebührlichen Abbruch darin zu tun und dabei Werke zu vollbringen, die nach Mög- lichkeit auch einen moralischen Wert besitzen, wobei die Tat als solche, nicht aber das Werk selbst, unvergänglich bleibt. Sich einer solchen Lebenshaltung vergewissernd sollte man mit anderen in der Gesellschaft für sich selbst wie für zukünftige Generationen eine lebenswerte Grundlage schaffen. Im Bewusstsein diesem Ziel nachzustreben, kann man dann eine tiefere und womöglich auch dauerhaftere Sinngebung erlangen, weil man eben nicht ausschließlich oder doch in sehr hohem Maß oberflächlichem Konsum nachjagt. Um es nochmals klar zu stellen: Ich wende mich keineswegs grundsätzlich gegen jede kurzweilige Unterhaltung, sondern nur gegen die eigene Auslieferung an sie. Wenn man in dem von mir hier angespro- chenen Sinne zu sich selbst als einem freiheitsbegabten Vernunftwesen steht und der Sinnfra- ge bewusst stellt, dann besteht überhaupt kein Problem in der zeitweisen Hingabe an den an- genehmen Konsum ohne allzu tiefes Grübeln. Ganz im Gegenteil: Auch der Genuss soll zu seinem Recht kommen, aber wie bei allem macht die Dosis das Gift!

    Nachfolgend möchte ich noch einmal einige anfangs aufgeführte grundsätzliche Aspekte mit ganz konkreten Alltagssituationen in einen Zusammenhang bringen. Da wir die Möglichkeit freien, selbst bestimmten Handelns als freiheitsbegabte Vernunftwesen besitzen, müssen wir bei der Suche nach einem sinnerfüllten Leben danach Ausschau halten, worauf wir unser Stre- ben und Handeln richten. Dabei sollten wir uns klar machen, dass die Ergebnisse unseres Be- mühens letztlich immer der Vergänglichkeit anheim gegeben sind und nur die Bemühung als solche ewigen Bestand hat: Der Weg ist also das Ziel. Es stellt sich dabei allerdings die Frage, welchen konkreten Weg ich einschlagen soll.

    Kommen wir nun zu konkreten Alltagssituationen: Wir können Befriedigung sehr häufig da- durch erfahren, dass wir einen empfundenen Mangel beseitigen, sei es im Berufsleben oder in der Freizeit beim Sport, bei der Gartenarbeit oder irgendwo anders. Unter ‚Mangel’ verstehe ich hier ganz allgemein einen subjektiv empfundenen Zustand, welchen wir aus irgendeinem Grund ändern wollen bzw. sogar müssen, z.B. weil wir einen Auftrag von außen erhalten haben, sei es vom Chef oder einem Kunden oder aufgrund irgendeiner anderen äußeren Ein- flussnahme. Wenn wir nun diese Herausforderung nach eigenem Empfinden erfolgreich be- standen haben, erzeugt dies eine innere Befriedigung in uns, und zwar prinzipiell gleichgültig, ob wir uns jene Herausforderung selbst gestellt haben oder sie von außen an uns herange- tragen worden ist. Das Ausmaß der Befriedigung hängt viel mehr von unserem Empfinden ab, wie groß die bestandene Herausforderung und die dafür notwendige eigene Leistung zu deren Bewältigung gewesen war. Heißt dies nun, dass wir uns einfach nur selbst die größten Herausforderungen suchen müssen, und schon haben wir ein sinnerfülltes Leben? Nein, so einfach ist es natürlich nicht! Zunächst einmal können wir – wie oben bereits erwähnt – durchaus durch die Bewältigung von außen kommender Herausforderungen eine Befriedigung und damit Sinnstiftung erfahren. Häufig können wir uns diese Herausforderungen jedoch kaum oder gar nicht aussuchen und müssen dann zusehen, wie wir mit jenen zurechtkommen. Aber sowohl in einer solchen Situation als auch in einer selbst gewählten kommt es bei der eigenen Sinnsuche darauf an, auf welche Art wir sie bewältigen. Wir sollten zunächst einmal danach Ausschau halten, wie wir unseren Freiheitsspielraum und damit die selbst bestimmten Handlungsmöglichkeiten erweitern können. Denn nur so sind wir in der Lage, uns als Autor unserer Handlungen zu verstehen und emotional zu empfinden. Bei der Bewältigung von außen an uns hergetragener Herausforderungen können wir also auch durch die Art, wie wir diesen begegnen, einiges selbst bestimmen und sind dabei keineswegs zwingend ausschließ- lich fremdbestimmt. Bei selbst gewählten Herausforderungen besitzen wir naturgemäß zu- nächst einmal den größten Freiheitsspielraum, da wir dann nicht nur die Art, wie wir die Herausforderung angehen, sondern uns jene ebenfalls selbst ausgesucht haben. In den aller- meisten alltäglichen Fällen sind wir mit Mischformen konfrontiert, z.B. wenn wir uns für den Kauf eines Hauses mit Garten frei entschieden haben, folgen damit wieder weitere Herausfor- derungen, die wir nicht mehr alle völlig selbst bestimmen können, man denke an die Pflege des Hauses und des Gartens. Allerdings bleibt es uns weitgehend freigestellt, wie beispiels- weise der Garten unserer Meinung nach aussehen soll bzw. wieviel Zeit wir dann bereit sind, dafür zu investieren. An diesem Beispiel sollte nur einmal kurz aufgezeigt werden, dass wir meistens selbst bei zuvor – zumindest relativ – frei gewählten Entscheidungen dennoch wie- derum als Folge jener mit von außen kommenden Herausforderungen konfrontiert werden. Trotzdem sind wir in den meisten Fälle in der Lage, einen Teil unserer Handlungen selbst zu bestimmen – sei es im Hinblick auf die Auswahl von Herausforderungen oder in bezug auf die Art der Bewältigung jener – und damit uns selbst als Autor solcher Handlungen anzusehen bzw. so auch subjektiv zu empfinden. Das Ausmaß der Befriedigung, die wir nach bestande- ner Herausforderung empfinden, hängt nicht nur, aber dennoch sehr stark davon ab, wie groß die eigene Mühe war, welche wir für eine erfolgreiche Bewältigung haben aufbringen müssen. Häufig, wenn auch keineswegs immer, hängt dies mit dem Ausmaß des zuvor emp- fundenen Mangels zusammen. Ein passendes Beispiel hierfür liefert der Sport: Nach einem Waldlauf, welchen man vielleicht sogar noch mit eigener Bestzeit absolviert hat, fühlt man sich nach dieser großen Anstrengung sehr befriedigt, und auch das Stillen des Durstes emp- finden wir dann als außerordentlich wohltuend. Als ein Zwischenergebnis lässt sich folgendes festhalten: Je freier und damit selbst bestimmter die Auswahl der Herausforderung ist und je größer die vorher aufgewandte Mühe zu ihrer Bewältigung war, desto tiefer ist die danach empfundene Befriedigung; zumindest ist dies in den allermeisten Fällen so, denn Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel. Eine nicht bestandene Herausforderung wird häufig zum Gegenteil führen, zur Frustration. Dieses Gefühl verstärkt sich naturgemäß, wenn solches Nichtbestehen wiederholt auftritt. Daher ist das Bestehen einer Herausforderung ein sehr wichtiger Aspekt hinsichtlich der eigenen Zufriedenheit, auch wenn man sicherlich teilweise auch durch Niederlagen angespornt werden kann. Nur letztlich sind wir selbstverständlich immer bestrebt, die uns begegnenden Herausforderungen möglichst erfolgreich zu meistern, so dass man versuchen sollte, ein richtiges Maß beim Auswählen des Schwierigkeitsgrades zu finden, also weder die Latte zu hoch zu legen, wodurch ein Scheitern wahrscheinlich wird oder aber auch zu niedrig, wodurch die Befriedigung kaum oder gar nicht eintritt. Dabei gilt es ebenfalls zu beachten, dass zumindest die selbst gewählten Herausforderungen ein mög- lichst aktives Tun unsererseits beinhalten, d.h. in bezug auf den Körper, dass wir nicht nur passiv im Sessel sitzen, sondern unseren Hintern hoch kriegen und uns bewegen, auf dass wir es uns nach dieser Anstrengung wieder bequem machen können. Ähnliches gilt für unseren Verstand. Auch diesen sollten wir fordern, indem wir ihn nicht zu einseitig und oberflächlich nutzen, sondern die Kreativität sowie Tiefe unseres Denkens befördern. Wer sich immer nur passiv mit obendrein seichter Kost berieseln lässt oder die Zeit vornehmlich mit derartigen Computerspielen verbringt, bei denen nur kurzweilige wie einseitige Erfolgserlebnisse in einer rasenden Bilderflut zu erzielen sind, wird damit sicherlich keinen Beitrag für die eigene tiefe wie nachhaltige Sinnsuche leisten, da ein solches Verhalten in weiten Teilen gerade eben nicht dem entspricht, was wir diesbezüglich bereits herausgefunden haben.

    Bei dieser Suche ist das eben Dargelegte sicherlich sehr wichtig, aber es bedarf für ein wirk- lich sinnerfülltes Leben noch mehr. Ganz entscheidend für das oben Ausgeführte ist der mo- ralische Aspekt unserer Zielsetzungen und Handlungen! Wir haben in diesem Abschnitt schon erfahren können, dass das einzig Unvergängliche, dessen wir uns auch rational ganz sicher sein können, die Tatsache einer Handlung sowie die zu ihr geführte Motivation ist. Die Ergebnisse all unserer Bemühungen sind, wie wir selbst als irdische Wesen, vergänglich. Bei der selbstkritischen Bewertung unserer Handlungen und insbesondere der jeweiligen Motiva- tion zu jenen in moralischer Hinsicht stoßen wir dann auf den Kern der Sinnfrage. Als frei- heitsbegabte Vernunftwesen suchen wir zum einen immer nach einem möglichst großen Freiheitsspielraum für uns selbst, aber dabei müssen wir unter moralischen Gesichtspunkten immer dasselbe Recht aller anderen eben solcher Wesen beachten, d.h. die gleichberechtigte Kompatibilisierung der Freiheitsansprüche aller Menschen untereinander. Indem wir uns nach bestem Wissen darum bemühen, in diesem Sinne moralisch zu handeln und uns dies auch selbst bewusst machen, können wir eine tiefgehende Sinnstiftung erfahren. Dabei sollen und dürfen wir unser eigenes Wohlbefinden durchaus befördern. Nur müssen wir unter morali- schen Gesichtspunkten bei diesem Streben nach der Befriedigung eigener Bedürfnisse darauf achten, nicht das gleiche Recht anderer Mitmenschen dabei ungebührlich einzuschränken. Da- rüber hinaus sollten wir aktiv mithelfen dafür Sorge zu tragen, dass die menschliche Gemein- schaft, in der wir leben und auf die wir in aller Regel selber in hohem Maße nicht nur im Hin- blick auf unser Überleben, sondern zumeist ebenso hinsichtlich unserer Selbstverwirklichung als gesellige, auf Gemeinschaft mit anderen angelegte Wesen angewiesen sind, sich gedeih- lich entwickelt. Was kann es letztlich Befriedigenderes oder Sinnstiftenderes geben, als bei der Verwirklichung von moralisch Gutem aktiv mitzuhelfen? Wenn man sich nach Kräften anstrengt, hat man eigentlich schon Erfolg gehabt und seine moralische Pflicht getan. Durch positive Rückmeldungen der Mitmenschen kann man darüber hinaus häufig Dankbarkeit und Anerkennung erfahren, die als eine erfolgreich bestandene Herausforderung im oben genann- ten Sinne zur Befriedigung beitragen kann. Leider sind solche guten Handlungen in der Praxis oft gar nicht so leicht zu erkennen und / oder umzusetzen, allein manchmal schon deshalb, weil die Mitmenschen dasjenige, was man ihnen Gutes angedeihen lassen möchte, nicht als solches erkennen, sei es, weil man tatsächlich einfach falsch liegt, in seinem Bestreben Gutes zu tun, sei es, dass die Adressaten es selber falsch einschätzen und / oder mangels eigenen guten Willens nicht wahrhaben wollen. In der alltäglichen Realität werden wir es zumeist mit unterschiedlichen Mischungen zu tun haben. Dennoch sollten wir uns in dieser Hinsicht nicht entmutigen lassen, sondern uns immer strebend bemühen.

    Letztlich werden wir dieses sinnerfüllte Leben aber erst dann finden, wenn wir den Glauben an einen guten, barmherzigen Gott finden, der uns als freie und damit mündige Wesen ge- schaffen hat und uns in Liebe im endlichen Diesseits wie im unendlichen Jenseits zugetan ist. Nehmen wir einmal an, es gäbe keinen allmächtigen und barmherzigen Gott, der uns mit der Welt geschaffen hat und uns auf ewig liebt. Warum sollten wir beispielsweise Trost, Zuver- sicht und damit Sinnstiftung für unser begrenztes irdisches Leben dadurch gewinnen können, dass die Tatsache, dass wir etwas moralisch Gutes entsprechend der oben kurz dargelegten Kriterien vollbracht haben, unauslöschbar ist und somit zwar das Ergebnis einer solch guten Tat vergänglich ist, aber das Faktum des Handelns unvergänglich als solches bestehen bleibt? Ohne die Annahme des allmächtigen und barmherzigen Gottes könnte man sich doch fragen, wieso ich nicht nur an mich selbst und meinen Vorteil denken sollte, um dadurch das größt- mögliche Maß an Glück in meinem irdisch begrenzten Leben zu finden. Dies schlösse freilich nicht aus, anderen auch etwas Gutes zu tun, aber eben letztlich nur aus eigensüchtigen Moti- ven heraus. Der Sinn des Lebens beschränkte sich dann letztlich doch nur immer wieder auf die Erreichung der größt möglichen eigenen Glückseligkeit in unserem zeitlich begrenzten Dasein auf dieser Erde. Selbst die eigene Bewusstmachung der unauslöschlichen Faktizität begangener Handlungen änderte insofern daran nichts, als dass wir uns fragen müssten, was wir durch diesen Ewigkeitsgedanken letztlich im Hinblick auf die Sinnfrage gewonnen hätten. Die Antwort kann nur lauten: Gar nichts! Wir wären – unter Annahme der heutigen natur- wissenschaftlichen Erkenntnislage – nichts weiter als eine komplex organisierte Einheit von Atomen, die mit anderen mehr oder minder komplexen Einheiten für eine bestimmte Zeit interagiert und sich dann wieder in ihre Bestandteile – die Atome – zerlegt. Und das war es dann. Was hätten wir also durch den Gedanken gewonnen, dass die Tatsache der Durchfüh- rung irgendeiner, wie auch immer moralisch zu bewertenden Handlung, unvergänglich wäre? Die Antwort lautet wiederum: Gar nichts! Analog zu den Grundlagen und Grenzen unserer menschlichen Erkenntnisfähigkeit stoßen wir auch bei der Sinnfrage auf das Letzte, Absolute, unbedingt Gute und Barmherzige, auf Gott, dessen Dasein vor und in aller Zeit auf ewig wir gezwungen sind für uns anzunehmen, wollen wir Sinnstiftung in letzter Konsequenz errei- chen. Nur so entrinnen wir der Vorstellung, zufälliges materielles Produkt physikalisch, chemisch, biologisch ablaufender Prozesse im Rahmen der Evolution zu sein, verloren in einem sinnlosen Universum, das stupide nach Gesetzen funktioniert, die Würde und Moral nicht kennen. Das Stärkere setzt sich solange durch, als dass es das Stärkere im Kampf ums Werden und Sein ist, bis es selbst zum Schwächeren wird und verschwindet. Erst durch die Annahme des Daseins des allmächtigen und barmherzigen Gottes und der Aufgehobenheit durch und in ihm finden wir einen Weg aus dieser sinnlosen in eine sinnstiftende Welt. Erst dann ergibt alles vorher Geschriebene einen letztlich wirklichen Sinn für uns. Es fehlte bis zu dieser Einsicht – bildlich gesprochen – das Fundament, auf dem alles ruht.

    Diese Erläuterung ist nur ein Ausschnitt meiner Überlegungen zu diesem Thema. Wer mehr hierüber, insbesondere zur Frage des Glaubens an Gott, sowie vieles Weitere erfahren möchte, kann dies in meinem Buch ‚Der Mensch – Eine kritische Auseinander mit uns selbst’ nach- lesen. Erhältlich ist dieses Buch über meinen E-Buchvertrieb:

    www.drbottke-e-buchvertrieb.de

     

     

  • Sinnlosigkeit- nein danke

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  • Zeichnungen:

    Nachfolgend werden zunächst zwei Zeichnungen beschrieben und danach einige Aspekte zur Deutung kurz erläutert.

    Zeichnung 1:
    Die Basis besteht aus übereinanderliegenden fünf Sinuskurven. Über der obersten wird eine gerade Linie gelegt, welche die Scheitelpunkte tangiert. Auf dieser Linie wird ein gleichschenkeliges Dreieck mit einer Höhe in der Mitte bis zum Scheitelpunkt positioniert. Diese Höhe ragt ein wenig über diesen Scheitelpunkt hinaus. Darüber schwebt ein Omega. Die Schenkelseiten sowie die Höhe werden unterhalb der jeweiligen geraden Linie als Sinuskurven fortgeführt und ragen damit vertikal in die horizontalen Sinuskurven hinein.


    Zeichnung 2:
    Die Basis besteht aus übereinanderliegenden fünf Sinuskurven. Über der obersten wird eine gerade Linie gelegt, welche die Scheitelpunkte tangiert. Auf dieser Linie werden fünf gleichschenkelige Dreiecke mit einer Höhe in der Mitte bis zum Scheitelpunkt positioniert. Die Schenkelseiten sowie die Höhe werden unterhalb der jeweiligen geraden Linien als Sinuskurven fortgeführt und ragen damit vertikal in die horizontalen Sinuskurven hinein: Das äußerste linke wie das rechte sind die kleinsten, danach folgen jeweils zwei mittelgroße und in der Mitte befindet sich das größte Dreieck. Zudem ist am äußersten linken Dreieck auf dem linken Schenkel ein kleiner Kreis genau am Ende des ersten Drittels angebracht. Im daneben befindlichen Dreieck befindet sich jener Kreis genau am Ende des zweiten Drittels des linken Schenkels. Im größten und mittleren Dreieck thront dieser Kreis auf der Spitze. Danach wandert er auf die entsprechende Weise die rechten Schenkeln der beiden rechts vom mittigen Dreieck gelegenen wieder hinunter.

    Erläuterungen:
    Es versteht sich von selbst, dass beide Zeichnungen viele Interpretationen zulassen. Ich will hier eine mit Bezugnahme auf einen den meisten sicher unbekannten griechischen Philosophen aus der sogenannten ‚Kosmologischen Periode‘ oder auch ‚Vorsokratischen Periode‘ vorstellen: Anaximandros. Er war Nachfolger und Schüler des berühmten Thales aus dem kleinasiatischen Milet und lebte zwischen 611 und 549 v.Chr.: Von ihm ist nur ein einziges größeres Fragment überliefert:
    Kurze Informationen zum Text in Altgriechisch: Die kursiv geschriebenen Passagen kennzeichnen die angeblichen Originalformulierungen von Anaximandros, denn von Anaximandros selber ist kein Originaltext mehr vorhanden. Das ist nichts Ungewöhnliches, denn dies gilt selbst für so berühmte Philosophen wie Platon oder Aristoteles. Ihre Werke sind schon in der Antike und dann später im Mittelalter vielfach kopiert und dabei auch in andere Sprachen übersetzt worden, so in Arabisch oder Latein. Die Erschließung und Bewertung der uns heute zur Verfügung stehenden Quellen stellt einen wichtigen Teil der althistorischen Forschung dar und kann an dieser Stelle nicht weiter erörtert werden. Daher nun zum Text zunächst in Altgriechisch und dann in deutscher Übersetzung:

    Deutsche Übersetzung:
    „Anaximandros, des Praxiades Sohn aus Milet, Nachfolger und Schüler des Thales, behauptete, Anfang und Element der seienden Dinge sei das Unbeschränkte, wobei er als erster den Terminus Anfang einführte. Als solchen bezeichnete er weder das Wasser noch ein anderes der üblichen Elemente, sondern eine andere, unbeschränkte Wesenheit, aus der sämtliche Universa sowie die in ihnen enthaltenen kosmischen Ordnungen entstehen: ‚Aus welchen die seienden Dinge ihr Entstehen haben, dorthin findet auch ihr Vergehen statt, wie es in Ordnung ist, denn sie leisten einander Recht und Strafe für das Unrecht, gemäß der zeitlichen Ordnung’ darüber in diesen eher poetischen Worten sprechend.“
    Um zu verstehen was gemeint ist, müssen wir erst noch einiges von Anaximandros’ Gedankenwelt erläutern. Wie schon Thales fragte auch er nach dem Urprinzip der Welt und bezeichnete es mit dem Begriff ‚a)/peiron’ (Apeiron), ein Unbestimmtes, Grenzenloses, Unendliches, welches selbst unentstanden, unzerstörbar, unvergänglich und unerschöpflich ist. Dieser Urstoff besitzt keine bestimmten Qualitäten, beinhaltet aber alle für die Wirklichkeit notwendigen empirischen Stoffe, die aus ihm bei ihrer Entstehung hervortreten. Anaximandros geht von einer Vielzahl von Welten, die aus diesem a)/peiron hervortreten und wieder in dieses zurückfallen aus, d.h. es gibt einen unaufhörlichen Prozess der Weltenbildung und -zerstörung. Dabei dachte er sich die Erde als frei im Raum schwebend, welche zuerst in flüssigem Zustand gewesen ist und bei ihrer Austrocknung Leben hervorgebracht hat; zunächst im Wasser und danach auf dem Land. Nun wollen wir uns wieder dem oben aufgeführten Fragment zuwenden. Die ganze Welt ist ein ungeheurer Schauplatz von Geburt und Tod. Dass ein Ding untergeht ist kein Zufall, sondern Buße und Sühne für ein Vergehen: Sterben ist Abbüßen einer Schuld. Diese besteht darin, dass jedes Ding den Drang besitzt, über das ihm bestimmte Maß hinaus im Dasein zu verharren, wodurch es aber anderen Dingen die Möglichkeit nimmt, selber zu entstehen. Somit ist die Welt ein großer Kampf um das Sein. Das Beharrende hindert das Ankommende ins Dasein zu gelangen, womit es sich aber ins Unrecht setzt und ihm die große Notwendigkeit ‚a)na/gkh’ (Anagkä) den Untergang bereitet und so den Raum für den Anfang neuer Dinge schafft. Aber die Schuld des im Dasein beharrenden Dinges besteht nicht so sehr gegenüber anderen, die ins Dasein treten wollen, sondern vielmehr in dem Vergehen gegen das göttliche Prinzip, das a)/peiron, weil es dieses daran hindert, weiterhin schöpferisch tätig zu sein. Denn das Wesen des Unendlichen ist es, Dinge aus sich heraus zu schaffen und damit seine Lebendigkeit zu bewahren. Dies würde ihm durch eine vollständige Beharrung der Dinge im Sein unmöglich gemacht werden. Damit ist der Untergang, der Tod aller Dinge, die notwendige Voraussetzung für die Lebendigkeit des Unendlichen und damit erlangt der irdische Tod einen überirdischen Sinn.

     

    Nun gehe ich aufgrund des oben Geschilderten auf die beiden Zeichnungen ein:

    Zu Zeichnung 1:
    Die unter der gerade Linie verlaufenden Sinuskurven stehen für das ‚Apeiron‘, aus welchem alles Seiende einschließlich wir Menschen hervorgehen und in das wir wieder zurückkehren. Das Dreieck kann als das ‚Alpha‘ verstanden werden und symbolisiert als erster Buchstabe des altgriechischen Alphabets den Beginn. Das auf dem Alpha thronende ‚Omega‘ steht für den letzten Buchstaben und kann hier nicht nur als Ende, sondern auch Höhepunkt des Daseins interpretiert werden. Die gerade Linie stellt die scharfe Grenze zwischen dem Apeiron und der wahrnehmbaren Welt bzw. den Welten dar. Die von den beiden Schenkeln des Dreiecks sowie der mittigen Höhe ins Apeiron führenden Sinuskurven stellen die Verbindung zwischen unserer Welt und derjenigen des Apeiron dar. Das Hinausragen der mittleren Höhe über den Scheitelpunkt des Dreiecks, steht für das Bestreben eines Dinges, Tieres oder Menschen, über das ihm eigentlich bestimmte Maß hinaus im Dasein zu verharren.
    Aufbauend auf diesen wenigen Sätzen lassen sich so viele weitere Gedanken entwickeln, dass ich sie hier nicht aufführen kann und will, auch um der Phantasie und Kreativität nicht vorzugreifen, welche sich nicht zuletzt in interessanten Gesprächen mit anderen entwickeln lassen.

    Zeichnung 2:
    Es gilt im Prinzip alles wie bei der ersten Zeichnung, nur dass hier die Höhen nicht über den Scheitelpunkt hinausragen und damit beispielsweise als einen nicht vorhandenen Drang über das eigentlich bestimmte Maß hinaus im Dasein zu verharren, stehen können. Die fünf Dreiecke mit dem aufsteigenden und dann wieder abfallenden Kreis können als verschiedene Lebenszyklen verstanden werden.

  • Zeichnungen:

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