Dr. Hans-Dieter Bottke · Am Pfaffenberg 3 · 55743 Idar-Oberstein | Mail: info@drbottke.de

Wichtige, einleitende Worte zum Thema ‚Gendersprache‘:

Ich bin ein entschiedener Anhänger der Grundprinzipien eines offenen Diskurses im Sinne der Aufklärung, angelehnt an große Denker wie Immanuel Kant oder Karl Raimund Popper. Ein diesen Prinzipien verpflichteten Diskurs setzt – neben weiteren – die Einhaltung folgender drei Punkte als Grundlage jeder vernunftbasierten Auseinandersetzung voraus:

  1. Anerkennung von Fakten, die für eine allgemeine Nachprüfbarkeit offen sein und dieser dann auch standhalten müssen
  2. Einhaltung der Regeln logischen Schlussfolgerns beim Begründen eigener Standpunkte
  3. Offenheit für Kritik eigener Standpunkte, solange jene die obigen beiden Grundregeln beachtet

 

Ich habe mir daher ganz generell – und damit keineswegs nur bei diesem Thema – folgendes Motto zu eigen gemacht:
Ich habe eine Meinung, begründe diese und stelle sie dann zur Diskussion.


Daher wende ich mich gegen jede Ideologisierung von Debatten, bei welchen sich Denk- und Handlungsweisen nicht konsequent an den obigen drei Punkten ausrichten, sondern vielmehr vorgegebenen weltanschaulichen Grundausrichtungen folgen, welche alle ihren Anschauungen widersprechenden Fakten sowie den Regeln der Logik folgenden Gegenargumenten ablehnen oder schlicht ignorieren und stattdessen einfach auf ihren unhaltbaren Positionen beharren.
Ich verwende daher die Begriffe ‚Ideologie‘ bzw. ‚Ideologen‘ im Sinne einer wie gerade beschriebenen Ideologisierung und damit u.a. in Anlehnung an den oben bereits erwähnten Karl Raimund Popper und seinen ‚Kritischen Rationalismus‘.


Ideologen unterschiedlichster Richtungen verbindet neben der Missachtung der oben genannten drei Grundprinzipien oftmals auch eine unangemessene moralische Aufladung der eigenen Weltanschauung, nicht selten verbunden mit einem geradezu missionarischen Eifer zur Bekehrung aller Andersdenkenden. Schließlich wähnt man sich auf der moralisch guten Seite sowie auf jener der Wahrheit, ganz im Gegensatz zu seinen Gegnern. Ideologen – im oben beschriebenen Sinne – sind daher der unerschütterlichen Ansicht, die Welt mit der Durchsetzung der eigenen Vorstellungen von Wahrheit und Moral besser zu machen, viel besser! Mit Popper stimme ich überein, dass in aller Regel solche ideologischen Weltverbesserungsversuche das genaue Gegenteil bewirkt haben, insbesondere wenn man die totalitären Ideologien des zwanzigsten Jahrhunderts als Beispiele besonders schrecklicher Ausprägungen jenes Phänomens heranzieht, wie es u.a. der Genannte verdienstvollerweise getan hat.

Obwohl ich selbstverständlich und ausdrücklich keine Gleichsetzung mit jenen historischen Entwicklungen des vorigen Jahrhunderts im Rahmen der Debatte um eine angeblich ‚angeblich gendergerechte Sprache‘ vornehme, so verwende ich die Begriffe ‚Ideologie‘ bzw. ‚Ideologen‘ in dem oben dargelegten Sinn, weil solche Denkmuster und deren Folgen in den Beiträgen auf dieser Seite erörtert werden sollen. Inwieweit die Anhänger jenes angeblich gendergerechten Neusprechs hier einzuordnen sind, zeige ich anhand nachprüfbarer Fakten und schlüssigen, den Regel der Logik folgenden Begründungen auf. Alle Leser sollen sich zudem dazu ermuntert fühlen, all meine Aussagen selber zu überprüfen, einschließlich der vorgebrachten Fakten sowie der Schlüssigkeit der Argumente.

 

Obwohl ich zuweilen eine deutliche, manchmal auch provokative Sprache verwende, werden dadurch niemals die drei oben aufgeführten Grundprinzipien eines vernunftbasierten Diskurses verletzt, wie man leicht durch die soeben formulierte Einladung zur Überprüfung all meiner Aussagen erkennen und damit eben auch selber nachprüfen kann.
Ebenfalls sollten sich die Befürworter einer angeblich gendergerechten Sprache immer wieder folgende Frage stellen und dann natürlich auch ehrlich beantworten: Wenden sie selber in ihrem Alltag die meisten jener angeblich ‚politisch-korrekten‘ Sprachregeln wirklich konsequent an, also beispielsweise im Freundes- und Bekanntenkreis, im Sportverein oder beim Einkaufen in Geschäften?!
Noch eins möchte ich gleich zu Beginn klarstellen: All jene, insbesondere auch aus den Reihen der Neusprechanhänger, die für Argumente und nachprüfbare Fakten noch erreichbar sind, lade ich herzlich zu einer offenen Diskussion ein. Aber jene, welche sich jedweder vernünftigen Auseinandersetzung verweigern, nicht bereit sind, Logik und Fakten zu akzeptieren, selbst wenn dadurch ihre Positionen eindeutig und für jeden nachprüfbar widerlegt werden und sie trotz alledem immer und immer wieder ihre nachweislich falschen Aussagen stumpf-stur wiederholen, müssen wissen, dass ich sie dann als das bezeichne, was sie sind: ideologisch verbohrte Menschen, nicht selten mit dem Habitus moralischer Überlegenheit. Wenn solche Leute auch noch ihre Machtpositionen unter anderem in Hochschulen, Verwaltungen oder in Politik und Wirtschaft dazu missbrauchen, um ihre unsinnigen Vorstellungen von einer angeblich besseren Sprache gegen den klaren Mehrheitswillen der Menschen in diesem Lande durchzudrücken, teilweise sogar mit einer brachialen Kaltschnäuzigkeit, die ihres Gleichen sucht, dann darf man nicht nur, sondern sollte ihnen mit deutlichen Worten entgegentreten, gerade auch im öffentlichen Diskurs: Man muss Unsinn als solchen klar benennen, insbesondere wenn Fakten und Logik eine klare Sprache sprechen.
Ich hoffe damit einerseits der großen Mehrheit in diesem Lande gute Argumente für ihre ablehnende Haltung gegen das Genderneusprech zu liefern und andererseits jene Anhänger oder auch nur Mitläufer einer angeblich ‚politisch korrekten‘ Sprache, die nicht vollkommen ideologisch verbohrt sind, zum Nach- und ernsthaften Überdenken ihrer Positionen zu bewegen.

Nun wende ich mich einigen Kerninhalten kurz zu:
Ist eine angeblich politisch korrekte Sprache lediglich eine vorübergehende Modeerscheinung oder das Gendern eine schrille Marotte kleiner Kreise von gutmeinenden Leuten, die sich selber dadurch moralisch besser und zudem allen anderen intellektuell überlegen fühlen? Wird sich daher der ganze Unsinn in Kürze von selbst erledigen, allein schon deshalb, weil die allermeisten Menschen in diesem Lande dieses krude Neusprech ablehnen und so gut wie alle es in ihrem Alltag weder selber anwenden noch diesem überhaupt Beachtung schenken?

Leider steckt sehr viel mehr hinter all den Veränderungsversuchen unserer eigentlich so schönen, ausdrucksstarken sowie variantenreichen Sprache:
Ein kleiner, aber dafür umso einflussreicherer Kreis von Ideologen verfolgt mit großer Energie seine Ziele, die sich keineswegs nur auf die Änderungen in der Sprache beschränken. Das geben sie auch unumwunden zu: Durch die neue Sprache soll auch die gesamte Gesellschaft besser werden, viel besser, vor allem auch moralisch. Das hört sich doch zunächst einmal gut an.
Aber ist es auch wirklich so gut, wie es sich anhört? Nein, das ist es leider nicht! Ganz im Gegenteil:
Auf dem Altar dieses weiteren Weltverbesserungsversuchs werden die Regeln der Vernunft missachtet, die Schönheit der Sprache zerstört und das Demokratieprinzip auf den Kopf gestellt. Diese kleinen, aber sehr mächtigen elitären Kreise und ihre vielen willigen Mitläufer sprechen nicht unsere Sprache, jene der übergroßen Mehrheit der Menschen in diesem Lande, denen Vernunft und Schönheit der Sprache noch etwas bedeuten.
Wir, die übergroße Mehrheit, dürfen aber nicht länger alles einfach hinnehmen und meinen, dass es uns doch eigentlich gar nichts angehe, wir selber davon nicht betroffen seien. Nein, wir müssen laut und energisch mit guten Argumenten aber auch mit Witz diesem Unsinn entgegentreten, weil es eben um mehr geht, als nur um die Sprache, obgleich es sich allein schon für diese lohnte zu kämpfen.
Denn mit der Umgestaltung der Sprache verbinden deren Vorkämpfer – oder, um es in ihrer neuen Schreibweise zu formulieren: Vorkämpfer*innen – eine tiefgreifende Umgestaltung unserer Gesellschaft, ja sogar unseres Denkens. Es handelt sich um einen Kulturkampf, der von diesen Ideologen oftmals ohne Rücksicht auf Verluste geführt wird: Ob man dabei gegen den Willen der übergroßen Mehrheit in diesem Lande handelt oder unsere schöne Muttersprache in ein hässliches Ungetüm verwandelt, ist ihnen egal. Dort, wo jene Möchtegern-Weltverbesserer die Macht dazu haben, verordnen sie einfach, dass jenes Neusprech anzuwenden ist. Punkt! So wird beispielsweise in einigen kommunalen Verwaltungen allen Mitarbeitern einfach vorgeschrieben, wie sie sich künftig gefälligst im Amt auszudrücken haben. Wer die Macht hat, hat eben auch das Sagen. Schließlich wissen ja diese Ideologen ganz genau, was gut und was rückständig und schlecht ist, so ihre unerschütterliche Selbsteinschätzung, die nicht selten mit einem missionarischem Eifer einhergeht, auf dass auch alle anderen dementsprechend zu bekehren seien.
Von den meisten Menschen wird dieses Genderneusprech als ein Projekt selbstherrlicher, abgehobener Eliten angesehen, welches gegen das Sprachempfinden sowie die alltägliche Sprachpraxis fast aller hierzulande betrieben wird. Dabei werden nicht selten die ohnehin schon bestehenden gesellschaftlichen Gräben noch weiter vertieft und damit das Vertrauen in die Redlichkeit jener Eliten zusätzlich erschüttert. Das alles scheinen die Neusprechanhänger in Kauf zu nehmen, nur um ihre Mission einer ‚moralisch besseren Sprache‘ voranzutreiben, denn angeblich soll mithilfe einer sogenannten gendergerechten Sprache der Benachteiligung von Frauen und diversen Personen entgegengewirkt werden.

Abschließend werden nochmals stichpunktartig einige Gründe gegen eine sog. ‚gendergerechte Sprache‘ aufgeführt:

  • Nichtbeachtung des Unterschiedes zwischen biologischem und grammatischem Geschlecht: Ein Grundfehler zur Begründung jener neuen Sprachregeln
  • Innere Widersprüchlichkeit der selbst gegebenen Sprachregeln
  • Letztliche Unmöglichkeit diese Widersprüche auszuräumen und dennoch eine halbwegs sprech- und schreibbare Sprache zu entwickeln
  • Nicht alltagstauglich, weil ein normales Gespräch nach jenen Regeln zur Tortur sowohl für den Redner als auch den Zuhörer würde
  • Infolgedessen findet im Sprachalltag der Menschen dieses Neusprech keinerlei Anwendung, selbst bei den Anhänger*innen in aller Regel nicht!!
  • Daran schließt sich folgende Frage an: Warum sollte man im Alltag die angebliche sprachliche Diskriminierung weiter fortführen, aber nicht in der öffentlichen Verwaltung, im öffentlich-rechtlichen Rundfunk oder an den Hochschulen?!
  • Verlust jeder Sprachästhetik: Großartige Werke aus der Literatur oder dem Film umformuliert in dieses schreckliche Neusprech würde wohl kaum jemand lesen oder anschauen wollen
  • Zunehmendes Misstrauen in die politisch-medialen Eliten, die nicht mehr die Sprache der normalen Bürger sprechen
  • Wachsende gesellschaftliche Gräben unter anderem auch durch die genannte Sprachkluft zwischen einflussreichen Teilen der Eliten und uns normalen Bürgern
  • Zunahme sog. populistischer Kräfte aufgrund eines generellen Misstrauens sowohl in die fachlichen Kompetenzen wie die moralische Redlichkeit jener Eliten: Aus Protest dagegen wenden sich immer mehr Menschen von den etablierten Eliten ab und anderen Kräften zu!

Daher sollte eine nachweislich grammatikalisch falsche Sprache, beruhend auf ebenfalls nachweislich falschen Grundannahmen, nicht als Vorwand für eine durchaus erstrebenswerte geschlechtergerechtere Gesellschaft missbraucht werden:
Denn eine falsche Sprache bleibt eine falsche Sprache, egal welch angeblich gute Absichten damit verfolgt werden sollten!

Zudem sollten nicht die Aspekte der Sprachästhetik sowie der Verständlichkeit außer Acht gelassen werden, nur um alles hinter einem angeblich guten und letztlich einzig legitimen Zweck – jenem der angeblichen Gendergerechtigkeit – unterzuordnen.

Eine derart konsequent gendergerechte Sprache will niemand, der sich noch einen Rest von gesundem Menschenverstand und Sprachempfinden bewahrt hat – sprechen oder hören wollen! Und in Ihrem Sprachalltag handeln so gut wie alle Menschen in diesem Lande genauso: Sie ignorieren einfach dieses schreckliche Genderneusprech konsequent!


Sprachwissenschaftliche Argumente gegen das Sprachgendern

Was versteht man bzw. frau bzw. * unter einer gendergerechten Sprache?

Unter einer ‚gendergerechten’ Sprache verstehen deren Verfechter*innen eine sprachliche Ausdrucksform, wie die gerade Aufgeführte. Damit wollen sie die Gleichstellung von Mann und Frau sowie sog. diverser Personen befördern und angeblich ungerechtfertigte Benachteiligungen aufgrund alter, patriarchalischer Sprachstrukturen vermeiden. Sprachästhetik oder eine leicht verständliche Ausdrucksweise haben hinter diesem einzig wahren und moralisch guten Ziel zurückzustehen. Es gilt, alles diesem einen und angeblich einzig legitimen Anliegen unterzuordnen!

Unterschied zwischen ‚sexus‘ und ‚genus‘

Wenden wir uns zunächst der inhaltlichen Aussage und eine ihrer wesentlichen Begründungen zu: Feministen bzw. Feministinnen beklagen, dass bei vielen Bezeichnungen wie ‚Bürger‘ oder ‚Student‘ die Frauen sowie zudem noch diverse Personen lediglich ‚mitgemeint‘, aber nicht ausdrücklich genannt seien und daher sprachlich in angemessener Weise berücksichtigt werden müssten. Hierbei unterliegen sie jedoch einem Kategorienirrtum: Man muss zwischen dem biologischen Geschlecht (lateinisch: ‚sexus‘) und grammatischen Genus unterscheiden: In gebräuchlichen deutschen Übersetzungen des lateinischen Begriffes ‚genus‘ wird jener ebenfalls mit dem Wort ‚Geschlecht‘ übersetzt, so dass der Unterschied zum Begriff ‚sexus‘ nicht mehr deutlich wird. Auf diese Unkenntnis sind wahrscheinlich nicht ganz unwesentlich einige grundlegende Fehler zur Begründung dieses Neusprechs zurückzuführen. Daher werden nachfolgend einige wichtige grammatikalische Zusammenhänge erläutert, welche zu einer Versachlichung der Diskussion beitragen können. Dies kann aber nur dann gelingen, wenn man denn auch bereit ist, Fakten als solche anzuerkennen sowie sich daraus eindeutig logisch herleitbare Schlussfolgerungen akzeptiert und nicht aus rein ideologischen Motiven heraus sich einem vernunftbasierten Diskurs verweigert.

Personenbezeichnungen bestimmten und unbestimmten Geschlechts und des Fehlschlusses bloß mitgemeinter Personengruppen

Das sprachliche Genus – der, die, das – darf mit dem biologischen Geschlecht (sexus) nicht verwechselt oder gleichgesetzt werden, wie eingangs bereits ausgeführt. Viele Wörter haben gar kein biologisches Geschlecht sondern nur ein grammatisches, wie beispielsweise die Sonne, der Mond, das Fenster, der Bohrer, die Gabel oder das Buch. Dies ergibt sich einfach aus der Tatsache, dass es sich nicht im Menschen oder Tiere handelt, denen man überhaupt nur ein biologisches Geschlecht zuordnen kann. Wenden wir uns nun aber den Personenbezeichnungen und zwar zunächst jenen eines bestimmten Geschlechts zu:

Hierbei stimmen Genus und Sexus immer überein, wie z.B. bei folgenden Wörtern:

Die Mutter, Femininum, weiblich
Der Vater, Maskulinum, männlich
Die Tante, Femininum, weiblich
Der Onkel, Maskulinum, männlich
Die Stute, Femininum, weiblich
Der Hengst, Maskulinum, männlich

In solchen Fällen ist die Sachlage klar, einfach und unstrittig: Die Mutter ist immer eine Frau oder der Vater immer ein Mann. Hierbei sind in der deutschen Sprache die Genuszuschreibungen recht gleichmäßig verteilt.

Kommen wir nun zu Personenbezeichnungen unbestimmten Geschlechts: Bei diesen besteht kein Zusammenhang zwischen Genus und biologischem Geschlecht, sprich Sexus:

Femininum: Die Lehrkraft
Maskulinum: Der Lehrkörper
Neutrum: Das Lehrpersonal

Es handelt sich in allen drei Fällen um Menschen, die einer bestimmten Berufsgruppe zuzuordnen sind, aber mit verschiedenen Wörtern einschließlich deren unterschiedlichen grammatischen Geschlechtern, sprich Genera benannt werden können. Dennoch handelt es sich dabei immer um alle Menschen dieser Berufsgruppe. Das gilt auch für folgendes Beispiel:

So können auf eine Frau – nennen wir sie Klara – folgende drei Zuschreibungen gleichermaßen zutreffen:

Klara ist eine Person.
Klara ist ein Mensch.
Klara ist ein Mitglied in einem Verein.

Im ersten Fall ist das grammatische Geschlecht das Femininum (die Person), im zweiten das Maskulinum (der Mensch) und im dritten das Neutrum (das Mitglied). Klara bleibt aber in allen drei Fällen – biologisch betrachtet – immer eine Frau, so dass sich naturgemäß jeweils nicht ihr biologisches Geschlecht sondern nur das grammatische verändert hat, weil eben das Wort die Person zwar ein weibliches Genus besitzt, aber damit nichts über das biologische Geschlecht einer Person ausgesagt wird, so dass alle Menschen, unabhängig ihres biologischen Geschlechts gleichermaßen gemeint sind und es keines Personerichs bedarf,

damit sich auch Männer gleichberechtigt angesprochen fühlen können. Das Gleiche gilt für die beiden anderen Fälle, so auch im zweiten: Es heißt der Mensch, womit wiederum alle Personen gleichermaßen gemeint sind und niemand bloß mitgemeint ist! Und Neutra wie ‚das Mitglied‘ können vernünftigerweise grammatikalisch gar nicht gegendert werden, denn dann würde beispielsweise im Plural aus einem Neutrum plötzlich zugleich ein Femininum und ein Maskulinum:

die Mitgliederinnen und Mitglieder‘.


Problem movierter Personenbezeichnungen

Movierungen kommen im Deutschen sehr oft bei Berufs-, Tätigkeits- oder Titelbezeichnungen vor und sind auffällig weit verbreitet im Vergleich zu vielen anderen europäischen Sprachen. Am häufigsten ist die Movierung vom Maskulinum ins Femininum so z.B. bei folgenden Wörtern: vom Bäcker zur Bäckerin, vom Lehrer zur Lehrerin oder vom Professor zur Professorin. Dies geschieht oftmals durch die Hinzufügung ‚in‘ zur maskulinen Form. Dennoch gibt es auch wenige Movierungen vom Femininum ins Maskulinum, so beispielsweise von der Braut zum Bräutigam, von der Hexe zum Hexer oder von der Witwe zum Witwer.

Aber wesentlich häufiger existieren diese Movierungen – auch Sexus- Differenzierungen genannt – eben für Frauen als für Männer. Das Wort ‚der Lehrer‘ kann für eine Person unbekannten Geschlechts genauso stehen wie für eine männlichen Geschlechts. Wenn hingegen von einer ‚Lehrerin‘ die Rede ist, handelt es sich zwingend um eine weibliche Person. Für einen Mann allerdings existiert diese Möglichkeit bei Wörtern wie diesem nicht, so dass es beispielsweise keinen ‚Lehrerich‘ in der deutschen Sprache gibt.

Anhand folgender Übersicht soll dies verdeutlicht werden:

  Genus Sexus
Der Mensch Maskulinum unbekannt
Der Lehrer Maskulinum unbekannt
Die Lehrerin Femininum weiblich

Mit einer Movierung – wie im Fall des Wortes ‚Lehrerin‘ – kann man einer Personenbezeichnung unbestimmten Geschlechts wie ‚Lehrer‘ ein bestimmtes biologisches hinzufügen. Aber das funktioniert bei vielen Wörtern eben nur in die weibliche Richtung, weil es – wie oben bereits ausgeführt – im Deutschen schlicht keine in die biologisch männliche gibt. Um es nochmals zu wiederholen: Mit dem Wort Lehrerin‘ ist zwingend immer nur eine weibliche Person gemeint, wohingegen beim Wort ‚Lehrer‘ immer zunächst alle Menschen jener Berufsgruppe gemeint sind, unabhängig ihres biologischen Geschlechts, es sei denn im Textzusammenhang wäre beispielsweise ausdrücklich von männlichen Lehrern die Rede.

Wer also meint, dass man sich einer geschlechtergerechteren Sprache bediene, nur weil man das Wort ‚Lehrer‘ durch ‚Lehrkraft‘ ersetzt, erliegt nachweislich einem Irrtum. Denn mit beiden Wörtern sind alle Menschen unabhängig ihres biologischen Geschlechts gleichermaßen und damit völlig gleichberechtigt gemeint und nicht bloß mitgemeint. Wohlgemerkt gilt dies für Lehrer wie Lehrkraft gleichermaßen!

Substantive mit der Endung ‚er‘

Aus Verben wie ‚bohren‘ kann man ein Substantiv ableiten: So wird aus ‚bohren‘ ein ‚Bohrer‘, aus ‚singen‘ ein ‚Sänger‘ oder aus ‚lehren‘ ein ‚Lehrer‘. Im Deutschen haben Substantive mit der Endung ‚er‘ regelhaft ein grammatikalisch männliches Genus: der Bohrer, der Sänger oder eben der Lehrer. Dies hat mit dem biologischen Geschlecht rein gar nichts zu tun, wie am Beispiel ‚der Bohrer‘ deutlich wird. Daher sind mit Wörtern wie ‚Sänger‘ oder ‚Lehrer‘ alle Menschen unabhängig ihres biologischen Geschlechts – wie oben bereits erläutert – gleichermaßen gemeint. Dies gilt also auch für alle Substantive, die mit ‚er‘ enden, auch wenn sie sich auf Menschen beziehen. Dennoch stehen vor allem Wörter mit dieser Endung ganz oben auf der Liste der Sprachwächter: Diese seien unbedingt zu vermeiden und durch angeblich geschlechtsneutrale zu ersetzten. Dass solche Wörter wie ‚Lehrer‘ oder ‚Sänger‘ geschlechtsneutral im Sinne des biologischen Geschlechtes sind und alle Menschen gleichermaßen umfassen, wird immer und immer wieder von jenen Neusprechanhängern ignoriert. Der Verweis, dass es doch eine ‚Sängerin‘ oder eine ‚Lehrerin‘ gebe, bedeutet aber keineswegs, dass Frauen sprachlich benachteiligt würden, wenn nur von ‚Sängern‘ oder ‚Lehrern‘ die Rede sei. Ganz im Gegenteil! In den genannten Beispielen gibt es eine zusätzliche Hervorhebung für Frauen, wie es oben im Zuge der ‚Movierungen‘ von Wörtern erläutert worden ist: Beim Wort ‚Lehrer‘ sind also grundsätzlich alle Menschen, die dieser Berufsgruppe angehören – unabhängig ihres biologischen Geschlechtes – gleichermaßen gemeint. Beim Wort ‚Lehrerin‘ hingegen sind immer nur Frauen gemeint, welche dadurch eine Hervorhebung erfahren, denn für Männer existiert bei solchen Wörtern eben keine solche. Es kann also mitnichten von einer Benachteiligung der Frauen die Rede sein. Als Mann fühle ich mich dadurch aber keinesfalls sprachlich benachteiligt, weil es in einer Sprache nicht selten Ausdifferenzierungen gibt, welche nicht immer alle möglichen Aspekte einer Gleichstellung vorsehen. Dies liegt unter anderem daran, dass es davon im Prinzip nahezu unendlich viele geben würde, die sich keineswegs nur auf die beiden biologischen Geschlechter – also männlich oder weiblich – beziehen müssen: Man denke beispielsweise an Transgender-Menschen oder noch ganz andere Kriterien für eine angeblich gerechte Sprache, die Sprachwächtern in Zukunft noch einfallen mögen! Wiederum zeigt sich, dass all diese Versuche der Schaffung einer angeblich diskriminierungsfreien Sprache allein schon aus diesem Grund zum Scheitern verurteilt sind, einfach weil es eine solche schlicht niemals geben kann, da immer wieder neue Fragen, Ungereimtheiten und Widersprüche entstünden, welche wiederum weitere Änderungen provozierten, ohne dass ein Ende absehbar wäre. Ganz zu schweigen von der Handhabbarkeit einer solchen Sprache sowie deren Akzeptanz bei der Mehrheit der Bevölkerung! Auch diesen Aspekt gilt es in einem sprachwissenschaftlichen Diskurs nicht völlig außer Acht zu lassen.

Inklusive Opposition

Vertreter*innen des gendergerechten Neusprechs bestreiten, dass eine männliche Form zugleich auch als geschlechtsneutraler Oberbegriff gedacht werden könne, womit sie allein aufgrund der oben aufgeführten sprachwissenschaftlichen Argumente nachweislich falsch liegen. Darüber hinaus spricht noch folgendes gegen die Annahme jener Neusprechler: Es gibt viele Beispiele in der Sprache, bei denen sehr wohl eine inklusive Opposition vorliegt, wie es in der Linguistik heißt. Gemeint ist damit, dass das jeweilige semantische Gegenteil eingeschlossen ist. Ein Ausdruck wie ‚sieben Tage lang‘ schließt das Gegenteil vom Wort ‚Tag‘, nämlich die ‚Nacht‘ bzw. hier die sieben Nächte, mit ein. Niemand wird vernünftigerweise auf die Idee kommen, dass die Existenz der Nächte durch eine solche Formulierung geleugnet würde.

Immer wieder lassen sich so die angeblichen Argumente jener Gender-Ideologen widerlegen. Leider bekleiden sie gut dotierte Posten an unseren Hochschulen, verderben mit ihrem unseligen Treiben Forschung und Lehre, indem sie wissenschaftliche Grundregeln systematisch mit Füßen treten.

Backende statt Bäcker?

Nach nicht wenigen Vertreter*innen der Genderideologie müssen sowohl Berufsbezeichnungen als auch andere Wörter gendergerecht umbenannt werden, so dass aus einem ‚Bäcker‘ ein ‚Backender‘ oder aus ‚Fahrradfahrern‘ ‚Fahrradfahrende‘ werden. Sprachlogisch ist dies jedoch unsinnig, denn ein Backender ist jemand, der gerade backt. Das Partizip Präsens Aktiv ‚backend‘ beschreibt einen aktuell ablaufenden Vorgang, so dass beispielsweise eine berufliche Qualifikation keineswegs darunter fällt: Ein Bäcker backt nicht 24 Stunden am Tag und bleibt auch dann noch ein Bäcker, wenn er gerade nicht seinen Beruf ausübt. Andererseits ist nicht jeder ein gelernter Bäcker, der in seiner Freizeit gerade backt. Analog gilt dies für andere Wortschöpfungen: ‚Fahrradfahrende‘ dürfen nicht mit ‚Fahrradfahrern‘ verwechselt werden.

Noch absurder wird es bei folgendem Beispiel, bei dem es sich leider nicht um ausgedachte Satire handelt, sondern um politisch verordneten Behördenwahnsinn der Stadt Hannover: Es geht um das ‚Wählendenverzeichnis‘: Das Partizip Präsens Aktiv – in diesem Fall ‚wählend‘ – beschreibt einen aktuell laufenden Vorgang, so dass der Begriff ‚Wählendenverzeichnis‘ insofern irreführend ist, als dass es sich dabei um ein Verzeichnis handeln müsste, welches nur diejenigen Leute umfasst, die gerade beim Abstimmen sind. Aber wie soll das gehen? Denn nach der Stimmabgabe wählen jene ja gar nicht mehr. Damit würde aus dem ‚Wählendenverzeichnis‘ ein

‚Verzeichnis derjenigen, die gewählt haben‘ werden müssen. Und was ist mit jenen, die gar nicht an der Wahl teilgenommen, aber dennoch im Wählerverzeichnis aufgeführt sind?! Wenn jene in einem ‚Wählendenverzeichnis‘ zu finden wären, tauchten dort Menschen auf, die gar nicht gewählt haben, aber laut Verzeichnis dennoch eigentlich zu den ‚Wählenden‘ gezählt werden! Man kann an diesem Beispiel wieder einmal nachweisen, welche Widersprüchlichkeiten dieses Genderneusprech hervorbringt. Dennoch wird dieser nachweisliche Unsinn stumpf-stur mit aller Macht in einer anmaßenden Form von Behördenwillkür durchgesetzt.

Sind Wörter wie ‚jeder‘ oder ‚keiner‘ wirklich immer durch andere ersetzbar? Und soll man den Gebrauch solcher Wörter überhaupt einschränken?

Über das bisher Aufgeführte hinaus gibt es noch zahlreiche weitere Betätigungsfelder der Vertreter*innen dieser Sprachideologie: Gemäß der im Frühjahr 2019 von der Stadtverwaltung in Hannover herausgegebenen ‚Empfehlungen für eine geschlechtergerechte Verwaltungssprache‘ sollen beispielsweise Wörter wie ‚jeder‘ durch ‚alle‘ oder ‚keiner‘ durch ‚niemand‘ ersetzt werden. Trotz vieler inhaltlicher Überschneidungen sind die genannten Wörter nicht vollumfänglich bedeutungsgleich und damit eben nicht immer austauschbar, wie es folgende Beispiele verdeutlichen: Man versuche einmal ‚jeder‘ durch ‚alle‘ bei diesen Formulierungen zu ersetzen: „in jeder Hinsicht“, „zu jeder Zeit“, „bei jedem Wetter“, „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“. Nicht nur das Deutsche kennt Bedeutungsunterschiede zwischen ‚jeder‘ und ‚alle‘, so beispielsweise auch das Französische mit den Formen ‚chacun‘ und ‚tout‘ oder das Englische mit ‚each‘, ‚every‘ und ‚all‘.

Schauen wir uns die oben genannte Forderung, dass das Wort ‚keiner‘ durch ‚niemand‘ ersetzt werden soll, einmal näher an: ‚Niemand‘ ist grammatisch maskulin, daher heißt es auch: „Niemand, der gestern zu Besuch war, ist vor zehn Uhr gegangen.“ Wären die Sprachideologen konsequent, bedürfte es einer weiteren Änderung, weil ja hierbei wiederum Frauen oder diverse Personen sprachlich unsichtbar wären. Vielleicht sollte man dann sagen: „Niemand und niemandin, der bzw. die gestern zu Besuch war, ist vor zehn Uhr gegangen.“ Gleiches gilt für Wörter wie ‚jemand‘. Auch hier bestünde Handlungsbedarf. Oder auch bei dem Fragepronomen ‚wer‘: „Wer den Täter gesehen hat, der soll sich bei der Polizei melden.“ Die Reihe ließe sich bis ins nahezu Unendliche fortführen, wodurch einmal mehr die Undurchführbarkeit dieses Projektes einer gendergerechten Sprache deutlich wird, jedenfalls dann, wenn man die eigenen Regeln ernst nimmt.

Abschaffung diskriminierender Adjektive

Ein weiteres Feld für die sprachliche Neugestaltung findet sich bei Adjektiven, welche Frauen benachteiligten und daher ebenfalls abgeschafft und durch neue Wörter bzw. Wortschöpfung ersetzt werden müssten, so ist aus Reihen besonders konsequenter Verfechter*innen einer angeblich gerechten Sprache zu vernehmen. Nachfolgend werden einige in Rede stehende Wortbeispiele aufgeführt:

Die negative Zuschreibung ‚dämlich‘ leitet sich von ‚Dame‘ und damit einer Frau ab, wodurch Frauen doch herabgewürdigt würden. Dem gegenüber ist mir dem Wort ‚herrlich‘, welches sich von ‚Herr‘ und damit einem Mann herleitet, etwas Positives gemeint. Ist das nicht völlig inakzeptabel und bedarf dringend einer Korrektur? Auch das Wort ‚heldenhaft‘ dürfte so besser nicht mehr verwendet werden: Es leitet sich von dem Wort ‚der Held‘ ab und ist damit männlich. Sollte es daher zukünftig nicht besser ‚heldinnenhaft‘ heißen?

Anhand dieser Beispiele wird wieder einmal deutlich, welch groteske Züge der Versuch zur Schaffung einer gendergerechten Sprache annimmt, wenn man nur die Regeln und Argumente jener Befürworter*innen konsequent versucht anzuwenden.


Problem der Aussprache: Stotter-Sprache statt Sprachschönheit

Ein weiteres Problem stellt das Aussprechen von Wörtern mit dem sog. Gendersternchen * dar: Damit soll nicht nur eine gendergerechte Sprache für Frauen und Männer erschaffen werden, sondern es sollen zudem jene eine sprachliche Berücksichtigung finden, die keinem der beiden Geschlechter zuzuordnen sind. Auch ihnen muss natürlich Gerechtigkeit in allen sprachlichen Äußerungen widerfahren, so die Befürworter*innen jenes Neusprechs: Es ist zunächst ‚Befürworter‘ auszusprechen, dann erfolgt eine kurze Pause, um schließlich ‚innen‘ anzufügen.

Jedem, der sich auch nur einen Hauch von ästhetischem Sprachempfinden bewahrt hat, muss vor solch einem Neusprech gruseln. Zudem ist eine solche Aussprache in der alltäglichen Praxis so gut wie gar nicht durchhaltbar, weil es bei so vielen Wörtern Anwendungen finden müsste, dass kaum jemand noch flüssig und verständlich ein Gespräch führen könnte. Und selbst eifrige Verfechter*innen dieses Neusprechs – wie beispielsweise einige Fernsehmoderator*innen im öffentlich- rechtlichen Rundfunk – stellen dies unfreiwillig unter Beweis, indem sie selbst regelmäßig bei vielen Wörtern genau jenen neuen Sprachregeln nicht folgen, die sie ja angeblich für so erstrebenswert halten: Es handelt sich dabei nicht um ein paar wenige Versprecher, sondern eben um immer wieder vorkommende Brüche der eigenen Regeln, schlicht weil sie kaum bis gar nicht in einem Gespräch ein- und durchhaltbar sind.

 

Genderneusprech ist behinderten- und ausländerfeindlich

Blinde, Gehörlose oder Legastheniker beispielsweise werden durch Gendersternchen und dergleichen benachteiligt. So ergeht es nach eigenem Bekunden Aleksander Pavkovic, Doktor der historischen komparativen Linguistik: Als Blinder muss er sich Texte am Rechner mithilfe einer sog. Braille-Zeile ertasten. Selbst einem solch hochgebildeten Menschen bereiten dabei Sternchen und Unterstriche erhebliche Probleme beim Lesefluss. Wie muss es dann erst weniger gebildeten blinden Leser ergehen?! Aber nicht nur Blinde sind betroffen: Auch bei Gehörlosen ist das Gendern äußerst unbeliebt, wenn im Rahmen der Gebärdensprache gegenderte Neusprechtexte wiedergegeben werden sollen. Schließlich wird auch Legasthenikern oder Menschen mit Lernschwäche das flüssige Lesen und Verstehen von Texten in Gendersprache deutlich erschwert, wenn nicht gar teilweise unmöglich gemacht.

Unter anderem auch deshalb hat der deutsche Rechtschreibrat die Aufnahme einer angeblich geschlechtergerechten Sprache in die amtlichen Rechtschreibregeln abgelehnt. Nachfolgend zitiere ich aus dem VDS-Infobrief vom 04.04.2021, in welchem auf die Stellungnahme des Rechtschreibrates Bezug genommen wird:

„Gendersternchen, Gendergap und andere Konstruktionen beeinträchtigten die Verständlichkeit und Lesbarkeit, heißt es in einer Pressemitteilung. Das Gendern dürfe nicht das Erlernen der geschriebenen Sprache behindern. „Vielmehr müsse auch auf Erwachsene mit geringer Literalität Rücksicht genommen werden, die einen Anteil von mehr als zwölf Prozent ausmachten: Sie seien nicht in der Lage, auch nur einfache Texte zu lesen und zu schreiben“, so die Die Presse.“

Ähnlich gelagerte Schwierigkeiten stellen sich Ausländern beim Erlernen der deutschen Sprache: Sie werden beispielsweise durch Gendersternchen oder missverständliche Partizipien wie ‚Fahrradfahrende‘ anstelle von ‚Fahrradfahrern‘ in Zeitungsartikeln oder behördlichen Verlautbarungen verwirrt. Denn im Unterricht lernen sie zunächst immer korrektes Deutsch nach den Regeln des deutschen Rechtschreibrates (vgl. oben). Die ohnehin nicht einfache deutsche Grammatik bereitet vielen Anfängern schon genug Schwierigkeiten. Und nun sollen sie auch noch diese Genderformen erlernen, welche obendrein vielen zuvor gelernten Grammatikregeln widersprechen und sogar in sich widersprüchlich sind; ganz abgesehen davon, dass dieses krude Genderneusprech die an sich so schöne deutsche Sprache auf geradezu unerträgliche Weise verunstaltet!

Rücksichtnahme auf benachteiligte Personen oder jene, welche die deutsche Sprache als Ausländer neu erlernen wollen, ist jenen Genderrigoristen offensichtlich fremd, wenn es um die Verfolgung ihrer Ziel einer angeblich gerechten Sprache geht.

  • Sprachwissenschaftliche Argumente gegen das Sprachgendern

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  • Gendersprache und eine weitere, negative Folgewirkung:

    Die Zunahme des bedrückenden Gefühls von Sprach-Heimatlosigkeit

    n unseren heutigen Zeiten ist nichts so beständig wie der Wandel. Erwähnt seien beispielhaft folgende Punkte:

    • Neue Technologien wie die Digitalisierung und damit in engem Zusammenhang stehend das Internet mit all seinen neuen Plattformen und allen damit einhergehenden geradezu revolutionären Veränderungen all unserer Lebensbereiche,

    • Infolgedessen eine rasante Zunahme weltweiter Vernetzung sehr vieler Bereiche im Zuge der Globalisierung mit ihren vielfältigen Wirkungen auf Wirtschaft, Gesellschaft bis hinein in unseren Alltag, wie nicht zuletzt der weltweite Tourismus,

    • Dramatische Veränderungen bezüglich beruflicher Anforderungen und Qualifikationen: Was gestern noch gefragt war, kann heute schon veraltet sein oder billiger in anderen Teilen der Welt gefertigt werden, gänzlich neue Berufsfelder mit bis vor kurzem noch völlig unbekannten Qualifikationen entstehen und bieten den einen ungeahnte Erfolgsaussichten, aber anderen eben nicht, welche dann drohen, nicht mehr mitzukommen oder gar gänzlich abgehängt zu werden,

    • Große, weltweite Wanderungsbewegungen mit all ihren Chancen, aber eben auch Risiken für Gesellschaften und ihre Kulturen und zwar sowohl für jene, in die Einwanderungen stattfinden als auch jene, aus denen Menschen auswandern: Für Deutschland birgt dieser Prozess sowohl große Chancen als auch erhebliche Risiken.

    Alle oben beschriebenen Prozesse finden seit einigen Jahrzehnten bereits statt und nehmen immer noch weiter Fahrt auf. Immer neue Entwicklungen verändern in kurzer Zeit unser Leben, bieten einerseits neue Chancen, aber andererseits drohen auch Überforderungen. All dies lässt sich im Prinzip nicht aufhalten. Wir müssen nur versuchen, es in unserem Sinne für uns selbst wie für unsere Gesellschaft als Ganzes möglichst gut zu gestalten. Und eines ist dabei von erheblicher Bedeutung: In all dem rasanten Wandel brauchen wir auch Halt, etwas, das uns ein Gefühl von Sicherheit gibt, wo wir uns geborgen, ja zu Hause fühlen, nicht getrieben vom immer Neuen.

    Wir haben dafür im Deutschen ein schönes, uns allen vertrautes Wort: Heimat.

    Mit diesem Wort verbinden wir nicht zuletzt, ja, sogar vor allem auch unsere Muttersprache. Jene Sprache also, mit der wir groß geworden sind, in der wir lernten uns mitzuteilen, anderen zuzuhören, von ihnen zu lernen, gemeinsam Erfahrungen, Gefühle aller Art und Tiefe auszutauschen und vieles weitere mehr. All dies hängt untrennbar mit unserer so sehr vertrauten Muttersprache, ihrer Grammatik, ihrer Wortvielfalt, ihrem Klang und Rhythmus untrennbar zusammen, um nur einige von vielen Aspekten zu nennen.

    Diese Sprache prägt uns also durch und durch, vor allem unser Denken und Fühlen. Wird dort nun aber gewaltsam eingegriffen, indem gegen grammatikalische Logik verstoßen, Wortvielfalt, Wohlklang und Verständlichkeit stark eingeschränkt oder teilweise gar völlig zerstört werden, hat dies gravierende Folgen auf unseren Geist, man kann auch sagen auf unsere Seele. Einher damit geht oftmals auch ein sehr unangenehmes Gefühl: der Verlust von Heimat. Dieses Gefühl von Heimatlosigkeit wird eh schon durch die oben aufgeführten grundstürzenden Entwicklungen der Moderne in vielen Fällen befördert, ja nicht selten geradezu befeuert. Wenn dann auch noch ideologisch motivierte Sprachverschandelungen hinzukommen, die obendrein auch noch sprachwissenschaftlich unhaltbar, vielfach in sich widersprüchlich und letztlich schlicht kaum in der Praxis auf Dauer anwendbar sind und schließlich dieser ganze Unsinn von einer kleinen Minderheit gegen den erkennbaren Mehrheitswillen einer Bevölkerung durchgedrückt werden soll, dann droht vielen Menschen aus dieser Mehrheit ein weiterer Verlust von Heimat, nämlich ihrer Sprachheimat. Dies kann auf ganz unterschiedliche Weise geschehen: Sei es, dass sie im öffentlich-rechtlichen Fernsehen mit dieser sie abstoßenden Sprache immer wieder angesprochen, in behördlichen Schreiben damit konfrontiert, bei beruflich bedingten Bewerbungen darauf stoßen oder in der Werbung damit belästigt werden. Bei jedem dieser sich immer wiederholenden Erfahrungen wird ihnen vermittelt, dass ihre bisherige gewohnte Sprache zumindest nicht mehr geschätzt wird, verbunden mit dem Gefühl des Gedrängtwerdens, sich anzupassen und seine alte Sprachheimat aufzugeben. Und die Krone wird dem Ganzen noch dadurch aufgesetzt, dass es sich bei diesen Neusprechregeln um völligen Unsinn handelt, der unsere schöne Muttersprache verschandelt.

    Der mit diesen sprachlichen Umerziehungsversuchen einhergehende Vertrauensverlust in Teile der politisch-gesellschaftlichen Eliten, verstärkt durch ein ohnehin zunehmendes Gefühl der Heimatlosigkeit vieler Menschen, ruft mehr und mehr Gegenwehr hervor. Leider machen sich diesen Umstand auch unverantwortliche Demagogen zunutze, wodurch die gesellschaftlichen Gräben ein weiteres Mal vertieft werden, bis hin zu unversöhnlichem Hass.

  • Die Zunahme des bedrückenden Gefühls
    von Sprach-Heimatlosigkeit

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  • ‚Politisch korrekt gegendert‘:

    Eine letztlich unmögliche Sprachvariante:

    Diese Sprachideologie behauptet, dass weibliche oder diverse Personen – also jene, die sich weder als Mann noch Frau verstehen können und / oder wollen – gegenüber männlichen in unserer traditionellen Sprache böse benachteiligt würden. Daher müsse unsere Sprache grundlegend geändert, d.h. konsequent gegendert werden.

    Doch diese Behauptung stimmt schlicht nicht, und sie wird nicht durch ständige Wiederholungen wahrer. Denn Frauen werden bei Wörtern wie‚ der Bürger‘ genauso wenig bloß mitgemeint und damit sprachlich nicht ausdrücklich genannt, wie Männer bei Wörtern wie ‚die Person‘. Es handelt sich dabei und sog. generische Maskulina (Bürger) bzw. Feminina (Person), bei welchen alle Menschen gleichermaßen gemeint sind, völlig unabhängig ihres biologischen Geschlechtes. Es gilt also zwischen biologischem und grammatischem Geschlecht zu unterscheiden: Auch beim Wort ‚der Mensch‘ handelt es sich um ein generisches Maskulinum, so dass alle Menschen gleichermaßen gemeint sind und es keiner ‚Menschin‘ bedarf, um eine sprachliche Sichtbarkeit für Frauen herbeizuführen. Gleiches gilt beim Wort ‚die Person‘, bei dem sich Männer ebenfalls nicht übergangen fühlen und einen ‚Personerich‘ zu ihrer Sichtbarmachung einfordern müssten. An dieser Stelle sei auf das dritte Kapitel verwiesen, in welchem all dies ausführlicher erörtert wird.

    Nunmehr möchte ich aber zunächst einmal verdeutlichen, dass es sich beim Gendern um eine letztlich unmögliche Sprachvariante handelt, welche schlicht nicht anwendbar ist, wenn man die Vorgaben jener Ideologie wirklich ernst nimmt, also dass generische Maskulina wie ‚der Bürger‘ konsequent zu vermeiden sind.

    In den drei nachfolgenden Beispielen werden zwei Kurznachrichten sowie eine Alltagsunterhaltung nach den Regeln dieser neuen Gendersprache vorgestellt, wobei es sich nicht um eine scherzhafte Übertreibung sondern um den Versuch einer konsequenten Umsetzung jener Regeln handelt, soweit das aufgrund auch der inneren Widersprüche jene Regeln überhaupt möglich ist!

    Zur Aussprache ist folgendes anzumerken: Kleine Sternchen mitten im Wort bedeuten, dass dort eine kurze Sprachpause einzulegen ist.

    Nachricht 1:
    Vertreter*innen der Ärzt*innenschaft schlagen vor, dass Mensch*innen mit Erkältungssymptomen nur zu besonderen Sprechzeiten der niedergelassenen Ärzt*innen in die Sprechstunden kommen dürfen. Die Patient*innen würden dafür sicherlich Verständnis haben. Zudem sei eine entsprechende Unterstützung durch Politiker*innen wünschenswert, indem sich diese beispielsweise in öffentlichen Ansprachen direkt an die Bürger*innen wenden würden.

    Nachricht 2:
    Die Bundeskanzlerin empfing gestern viele verschiedene Gäst*innen im Bundeskanzler*innenamt: Wissenschaftler*innen, Vertreter*innen des Hotel-und Gaststättengewerbes, Bürger*innen*meister*innen sowie ganz normale Bürger*innen, um über die angespannte Lage zu diskutieren.

    Alltagsunterhaltung zwischen zwei Bekannten: Anne und Claus:

    Anne: „Ich habe mich gestern mit mehreren Freund*innen getroffen und den ganzen Abend über alles mögliche gequatscht.
    Dabei ging es auch um Mode, Fitness und darum, wie Sportler*innen, Moderator*innen oder Politiker*innen jeweils aussahen und wie sie sich in den letzten Jahren verändert haben.“
    Claus: „Typisch. Du und Deine Freund*innen unterhalten sich immer nur über das Äußere.“
    Anne: „Das stimmt doch gar nicht. Meine Freund*innen und ich haben uns letztens auch über Wissenschaftler*innen und Philosoph*innen und deren Themen unterhalten.“
    Claus: Von mir aus. Ich war letztens mit vielen anderen Fahrradfahrenden unterwegs in der Natur. Es haben Vertreter*innen aus ganz unterschiedlichen Berufen teilgenommen: Backende, Lehrer*innen, Handwerker*innen – oder muss es Handwerkende heißen?“
    Anne: „Weiß ich auch nicht so genau. Ich werde mich demnächst bei unserer Genderbeauftragten im Krankenhaus erkundigen, an die sich alle Mitarbeitende bzw. Mitarbeiter*innen wenden können. Übrigens ist unsere Säuglingsstation in ‚Saugendenstation‘ umbenannt worden.“

    Ein lautes Vorlesen dieser kurzen Textpassagen sollte jedem, der noch halbwegs bei gesundem Menschenverstand ist, klarmachen, dass eine solche Sprache niemand wollen oder in der Praxis wirklich auch nur annähernd korrekt anwenden kann.

    Dabei könnte man es eigentlich belassen, weil sich alles weitere erübrigte. Aber leider ist dem nicht so, denn die Anhänger*innen – oder muss es Anhängenden heißen – dieses kruden Neusprechs erobern mit missionarischem Eifer immer größere Bereiche des öffentlichen Raumes, so unter anderem im gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

    Mir kommt in diesem Zusammenhang folgendes Märchen in den Sinn: ‚Des Kaisers neue Kleider‘. Eigentlich sehen alle, dass der Kaiser in Wirklichkeit nackt ist, aber sie trauen sich nicht, dies auch laut zu sagen. Erst als ein Kind die offensichtliche Wahrheit ausspricht, endet der Spuk.

    Was hat dies mit dem Genderwahnsinn unserer Tage zu tun? Ein Teil der Antwort findet sich in den obigen Beispielen: Sie zeigen durch einfache Anwendung der Sprachregeln jener Neusprechanhänger*innen die völlige Absurdität des Genderwahnsinns auf, weil sich eine derart umgestaltete Sprache nicht nur scheußlich anhört, sondern schlicht gar nicht anwendbar ist, wenn man beispielsweise ein flüssiges Gespräch führen wollte.

    Jeder kann übrigens einfach einmal beliebige Texte aus der Literatur oder Dialoge aus Filmen heranziehen und versuchen, diese entsprechend der Genderregeln umzuformulieren: Kein Mensch, bis auf wenige, unbelehrbare Fanatiker, wollte ein solches Machwerk lesen oder sich gar anhören bzw. anschauen.

    Eine Sprachform also, die in aller Regel vernünftigerweise keine Anwendung finden kann, sollte nicht weiter Einzug bei uns halten, vor allem auch vor dem Hintergrund, dass so gut wie alle Menschen hierzulande diese Sprachregeln völlig oder größtenteils ignorieren. Dies gilt auch für jene, die behaupten, diese neuen Regeln zu beachten: Sie tun dies nur in wenigen Fällen, ohne dass irgendeine Regel dabei erkennbar wäre. Wenn also selbst die angeblichen Anhänger*innen dieses schrecklichen Neusprechs dessen Regeln sehr oft selber nicht einhalten, sollten sie sich selbst und dann uns allen gegenüber folgendes eingestehen:

    Es muss Schluss sein mit dieser Genderideologie! Das ist nicht unsere Sprache!

    Alle jene Politiker*innen oder Journalist*innen vor allem im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, die uns normale Bürger mit ihrem Genderneusprech immer häufiger belästigen, sollten wissen, dass sie nicht unsere Sprache sprechen und dürfen sich daher nicht darüber wundern, wenn durch eine solche Sprache die Gräben in der Gesellschaft zusätzlich vertieft werden! Ebenso sollten sie sich fragen, inwieweit sie selber diese Sprache im Alltag mit ihren Freunden oder Familienangehörigen anwenden: höchst wahrscheinlich in aller Regel nicht. Dann stellt sich aber die Frage: Warum darf man in seinem Alltag sprachlich munter weiter diskriminieren, nur nicht bei politischen Reden oder im Fernsehen sowie Radio?!

  • Politisch korrekt gegendert

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  • Absurde Beispiele politischer Sprachkorrektheit, die nicht ausgedacht sind:

    Die Absurdität des Genderneusprechs wird für jeden, der nicht völlig ideologisch verblendet ist, anhand der unten aufgeführten Beispiele verdeutlicht werden. Dabei handelt es sich nicht um ausgedachte Fälle, wie man aufgrund der Lächerlichkeit meinen könnte. Nein, es handelt sich um reale Verunstaltungen unserer Muttersprache, wobei dies aber keineswegs Ausrutscher sind: Es ist Wahnsinn mit Methode! Die Verfechter*innen – insbesondere in der Verwaltung sowie im öffentlich-rechtlichen Rundfunk – verfolgen diese grausame Sprachverunstaltung aus tiefer Überzeugung und mit System. Leider springt der unselige Funke auch auf andere über, die sich willfährig diesem neuen Trend anpassen, um bloß nicht unangenehm bei den neuen Sprachwächtern aufzufallen oder sich sonstwie angreifbar zu machen. Solch unterwürfig-anpassendes Verhalten ohne jede Zivilcourage tritt nicht zum ersten Mal historisch in Erscheinung! Bei einigen der nachfolgend aufgeführten Beispiele werden auch die großen Gefahren für unsere gesellschaftliche Zukunft angesprochen, die mit diesem Unsinn einhergehen: Freiheit und Vernunft werden mit Füßen getreten, wodurch das Misstrauen weiter Bevölkerungskreise in selbstgerechte Eliten weiter wächst!

    Viele der nachfolgenden Beispiele habe ich unter anderem den Info-Briefen des VDS (Verein Deutsche Sprache e.V.) aus den Jahren 2019, 2020 und 2021 entnommen, welche ich als Mitglied regelmäßig wöchentlich per E-Post erhalte.

    Nun zu einigen ausgewählten Beispielen:

    Beispiel 1:
    Die Stadt Hannover hat ihren Behörden die Benutzung der geschlechtergerechten Sprache verordnet. Demnach sollen alle Broschüren, Faltblätter, Rechtstexte, Hausmitteilungen und Briefe nur mit „geschlechtsumfassenden Formulierungen“ bestritten werden. So wird aus dem Wählerverzeichnis das Wählendenverzeichnis. Vielleicht wird demnächst die Säuglingsstation des Städtischen Krankenhause in ‚Saugendenstation‘ umbenannt?!

    Zudem ist der Begriff ‚Wählendenverzeichnis‘ irreführend, ja, letztlich sogar inhaltlich falsch, weil mit dem Partizip Präsens Aktiv – in diesem Fall ‚wählend‘ – immer ein aktuell ablaufender Vorgang beschrieben wird. Ein Verzeichnis aber, welches alle Wahlberechtigten beinhaltet, kann nicht eines sein, das nur jene aufführt, die gerade dabei sind zu wählen. Das ist offenkundig Unsinn!

    Beispiel 2:
    In einer Broschüre Stadt Frankfurt am Main werden folgende Empfehlungen Handlungsanweisungen zum Gendern vorgestellt. Die Stadtverwaltung soll demnach nicht nur in internen Schreiben, sondern auch in solchen an die Öffentlichkeit Doppelpunkte, Gendersternchen oder Unterstriche nutzen, so beispielweise Mitarbeiter:innen, Mitarbeiter*innen oder Mitarbeiter_innen. „Frauen und Männer sollten sich gleichermaßen angesprochen fühlen, aber auch diejenigen sollten einbezogen werden, die sich nicht eindeutig einem biologischen oder sozialen Geschlecht zuordnen könnten oder wollten.“

    Beispiel 3:
    Der Berliner Senat hat einen Leitfaden zur „diversitäts-gerechten Sprache“ für seine Landesbediensteten ausgegeben. Demzufolge sollen bestimmte Wörter vermieden werden, da sie mutmaßlich Menschen ausgrenzen können, so die Berliner Zeitung.

    Der Leitfaden sorgt jedoch für Befremden: „Ausländer“ wird zu „Einwohnende ohne deutsche Staatsbürgerschaft“; Menschen mit Migrationshintergrund sind nach dieser Empfehlung „Menschen mit internationaler Geschichte“. Auch Begriffe wie „anschwärzen“ oder „schwarzfahren“ seien nicht mehr zeitgemäß, so der Leitfaden. Zu den Beispielen 2 und 3 möchte ich an dieser Stelle aus einem satirischen Beitrag der VDS-Sprachnachrichten aus dem vierten Quartal 2020 zitieren, weil der oben aufgeführte Behördenunsinn auf diese Weise entlarvt wird: Wie sollte das Wort ‚Clankriminalität‘ diskriminierungsfrei umformuliert werden? Die satirische Antwort im Artikel der Sprachnachrichten Nr. 88 (IV/2020) auf der Seite 17 mit dem bezeichnenden Titel ‚Berlin: Hauptstadt des Sprachnebels‘ lautet: „Der Begriff ‚Clan‘ hat leider auch einen sehr negativen Beiklang, weil angeblich viele Clanmitglieder kriminell sind.“ … daher solle besser wie folgt formuliert werden: „ …, in diesem Fall sollten wir in Zukunft von ‚Familiärstrukturellen menschlichen Zusammenschlüssen mit internationaler Geschichte und unbestimmter Größe zum Zwecke von Einkünfteerzielungsabsichten‘ sprechen.“ Manchmal trifft Satire am besten ins Schwarze, pardon, in eine dunkle Farbe.

    Beispiel 4:
    Die Stadt Neuss hat ihre Geschäftsordnung in ein krudes Genderneusprech umformuliert. Nachfolgend ein kurzes Zitat daraus:

    „Zur Vorbereitung ihrer Beratungen können die Fraktionen im Rahmen ihrer Aufgaben von der* Bürgermeister*in Auskünfte über die von dieser*diesem oder in ihrem*seinem Auftrag gespeicherten Daten verlangen, soweit der Datenübermittlung nicht Rechtsvorschriften, insbesondere Bestimmungen über den Datenschutz, entgegenstehen. Das Auskunftsersuchen ist durch die/den Fraktionsvorsitzende*n schriftlich unter wörtlicher Wiedergabe des Fraktionsbeschlusses an die*den Bürgermeisterin*Bürgermeister zu richten.“

    Auch an diesem Beispiel wird ein weiteres Mal deutlich, wie weit sich ideologische Möchtegern-Weltverbesserer selbst in der Kommunalpolitik von der Sprache ihrer Bürger entfernt haben. Eine kleine Minderheit maßt sich an, unsere schöne deutsche Sprache derart zu verschandeln und zwar nicht irgendwo, sondern in einer kommunalen Geschäftsordnung. Sie sprechen ganz offensichtlich nicht mehr unsere Sprache, die Sprache vernünftiger Menschen, die sich unter anderem noch einen Sinn für Sprachästhetik erhalten haben. Vor allem aber sprechen sie damit auch nicht die Sprache der übergroßen Mehrheit der Bürger. Wer das nicht glaubt, lese diesen Text einmal Leuten aus Neuss vor und frage sie dann, ob das noch ihre Sprache sei!

    Wer Gründe für Politikverdrossenheit und zunehmenden Vertrauensverlust in die Politik sucht, findet sie hier!

    Beispiel 5:
    In Stellenausschreibungen stößt man immer häufiger auf Gendersternchen, Binnen- Is und Unterstriche. Es wird kein „Beamter“ mehr gesucht, sondern „ein*e Beamt*in“. Die Stadt Sehnde hat nun die Gendersprache noch um ein weiteres Kürzel erweitert: In einer Annonce sucht sie zum nächstmöglichen Zeitpunkt „eine*n Sachbearbeiter*in (a*)“. Wofür das „(a*)“ steht? Das muss sie selbst in einem späteren Absatz in der Stellenausschreibung erläutern: „Das (a*) in der Stellenbezeichnung umfasst für uns alle Menschen, die mit uns zusammen arbeiten wollen. Daher sind auch Bewerbungen von Menschen aller Nationalitäten willkommen.“

    Ich empfehle derartige Stellenausschreibungen im Freundes- oder Bekanntenkreis laut vorzulesen. Mehr muss man nicht tun, um die Lächerlichkeit solcher Formulierungen ans Tageslicht zu bringen. Zudem sollte sich jeder fragen, ob er eine solche Stelle überhaupt annehmen möchte, muss er doch befürchten, im zukünftigen Berufsalltag sehr genau jene absurde Sprache möglichst fehlerfrei anzuwenden, will er seinen neuen Job nicht riskieren.


    Beispiel 6:
    Ein weiteres Problem bei der gendergerechten Sprache ergibt sich durch die Verankerung der drei Genera des Deutschen im Satz und im Text: Pronomina und Adjektive verlangen eine Übereinstimmung in Numerus und Kasus mit dem Substantiv, auf das sie sich beziehen, teils als Attribute teils durch die Wiederaufnahme, z. B. in Relativsätzen (Sprachwissenschaftler nennen es Kongruenz). Verschiedene Stellenausschreibungen in der akademischen Zeitschrift Forschung & Lehre (8/2019) illustrieren die Probleme derart gegenderter Texte:

    „Zum Vorschlag gehören der Name der/des Vorgeschlagenen, die Hochschule, die/ der sie/er angehört, eine Begründung des Vorschlags, die das Verdienst der/des Vorgeschlagenen skizziert, sowie ggf. aussagekräftige Unterlagen über die Leistung der/des Vorgeschlagenen.“ (S. 715), oder: „Zu den Aufgaben der/des zukünftigen Stelleninhaberin/Stelleninhabers…“ (S. 766) oder „Die/Der zukünftige Stelleninhaber/-in…“ (S.771).

    Solch entstellte Texte sind einer akademischen Einrichtung unwürdig und zeigen, wie weit sich deren Befürworter*innen von der Vernunft wie der übergroßen Mehrheit der Bürger in ihrem Elfenbeinturm entfernt haben. Sie scheinen dabei zudem zu ignorieren, dass sie von eben jenen Bürgern über Steuergelder finanziert werden!

    Beispiel 7:
    Ein weiteres Hochschulbeispiel:

    Welche albernen Blüten die Gendersprache treibt, zeigt eine Kolumne von Prof. Konrad Paul Liessmann. An der Universität Wien, an der er Methoden der Vermittlung von Philosophie lehrt, ist die Gendersprache eingeführt worden.

    Lehrendes und Verwaltungspersonal darf nur noch ausschließlich genderneutral formulieren. Das führte jetzt dazu, dass er von einer Kollegin, die ihn bereits seit Jahrzehnten kennt, in einer Mail mit „Sehr geehrt* Liessmann“ angesprochen wurde. Die Angst, andere versehentlich falsch anzusprechen, führe verstärkt dazu, dass Menschen ihrer Besonderheit beraubt und einem abstrakten Prinzip unterworfen würden, so die Neue Zürcher Zeitung.

    Dieses Beispiel zeigt eindrucksvoll, wie gegen jeden wissenschaftliche Vernunft eine Ideologie brachial mit allen Machtmitteln durchgedrückt werden soll und das groteskerweise an einem Ort, der eigentlich einer der freien Wissenschaft sein sollte. Nunmehr ist er weder frei noch wissenschaftlich. Ebenfalls ist es sehr bedauerlich, wie feige und willfährig sich so viele Professoren diesem Unsinn unterwerfen. Das ist das Gegenteil von Zivilcourage!

    Beispiel 8:
    Und nochmal die Universität:
    Gott* – Mit Sternchen gegen menschengemachte Kategorien
    „Weg von dem strafenden, alten, weißen Mann mit Bart hin zu einer Gottes*vielfalt‟ – das will die Katholische Studierende Jugend erreichen und schreibt Gott ab sofort mit Gendersternchen: Gott*. Mit dem Sternchen wolle man Gott aus der geschlechtlichen Ebene herausheben und aufzeigen, dass Gott weder einem Geschlecht noch anderen menschlichen Kategorien zuzuordnen sei, so zu finden unter www.katholisch.de
    Wer sich jetzt noch wundert, warum die ehemals großen Kirchen in Deutschland immer mehr Mitglieder verlieren, findet hier einen weiteren Grund. Eine derart lächerliche sowie elitär-abgehobene Sprache ist gewiss nicht jene der allermeisten gläubigen Christen. Zudem schießt man sich wieder einmal auf den bösen, alten, weißen Mann ein, welcher ja für viele Neusprechler*innen ein gutes Feindbild abgibt. Die Kultivierung solcher Feindbilder ist alles mögliche, aber bestimmt ist es nicht christlich!

    Beispiel 9:
    Das Mannheimer Magazin ILMA berichtete kürzlich über ein Café mit außergewöhnlichem Konzept: Die Ausstattung sowie auch die Gestaltung der Gerichte sollen besonders tauglich für die Präsentation in den sozialen Medien sein. Wer im Café isst und sein Essen nicht fotografiert, gilt bereits als Ausnahme. Eröffnet wurde das Café übrigens nicht von zwei „Vierundzwanzigjährigen“, sondern von zwei „Vierundzwanzigjähriginnen“, wie es das Magazin ILMA formuliert. Da fragt man sich: Wird bald jedes beliebige Wort gegendert, nur weil es auf „-en“ endet? (ilma.de) Dieser Fall ist ein eindrückliches Beispiel für das oben erwähnte unterwürfige Verhalten, in vorauseilendem Gehorsam sich dem neuen Trend zu unterwerfen, selbst wenn damit die eigene Sprache der Lächerlichkeit preisgegeben wird.

    Beispiel 10:
    Öffentlich-rechtliche Sender im Genderwahn:

    In den VDS Sprachnachrichten aus dem vierten Quartal 2021 (Nr. 92, IV/2021) werden u.a. folgende Beispiele auf Seite 11 in dem Artikel mit der Überschrift ‚Von queeren Bären und Gender-Taliban‘ aufgeführt:

    In dem gemeinsam betriebenen Online-Projekt von ARD und ZDF namens ‚Funk‘, welches sich vor allem junge Menschen wendet, wird seit jeher gegendert. Zu welch absurd-lächerlichen Ergebnissen diese ideologische Verblendung führt, beweisen zwei Beispiele, die in dem oben genannten Artikel aufgegriffen worden sind. Ich zitiere einige Passagen daraus:

    „In einem kurzen Film auf Instagram wurde Ende August (Ergänzung: 2021) vom Einmarsch der Taliban in Kabul berichtet. Die Taliban sind nun nicht dafür bekannt, große Freunde von Frauenrechten oder Transsexuellen zu sein, es ist also ziemlich unwahrscheinlich, dass sich in ihren kämpfenden Reihen Frauen oder queere Personen befinden. Dennoch genderte das ZDF ganz linientreu:

    ‚Die Islamist*innen ziehen in immer mehr afghanische Städte ein.‘ Der Shitstorm, auch seitens seriöser Journalisten und Medien, war riesig.“

    In einem anderen Beitrag eben jenes Spartenkanals ‚Funk‘ lesen wir folgendes:

    „Braunbären sind zu 75% Veganer:innen.“

    In dem VDS-Artikel wird dazu kommentiert: „Das Gender-Scheuklappen-Denken der öffentlich-rechtlichen Sender jedenfalls zeigt deutlich, wie sehr diese in ihrem eigenen Saft schwimmen und an Bodenhaftung zur Realität der Sprache und den Menschen verloren haben.“

    Dem kann ich mich nur vollumfänglich anschließen. Aber es handelt sich dabei – wie anfangs dieses Kapitels bereits ausgeführt – keineswegs um peinliche Ausrutscher.

    Nein, es ist Wahnsinn mit Methode, betrieben von unbelehrbaren Ideologen, die zunehmend und ungehindert ihr Unwesen leider auch in den durch Zwangsgebühren finanzierten öffentlich-rechtlichen Sendern treiben.

    Beispiel 11:

    Nochmals ein öffentlich-rechtlicher Sender: Ideologie statt wahrheitsgemäßer Berichterstattung:

    Ein skandalöses Beispiel von bewusster Falschinformation leistete sich der Sender 3sat, welcher zur Gruppe der öffentlich-rechtlichen Sender gehört und damit eine besondere Pflicht zur korrekten Berichterstattung hat. Die oben bereits genannte Ausgabe der Sprachnachrichten hat auf Seite 11 dankenswerterweise in dem Artikel

    ‚3sat zwingt im Interview ein Sternchen auf‘, aus dem ich hiermit zitiere: „Am 11. November 2020 erschien im Instagram-Kanal des öffentlich-rechtlichen Senders 3sat ein kurzes Video. In ihm ist deutlich zu hören, wie die Interviewpartnerin das generische Maskulinum nutzt. Die Untertitelung, die in einem solchen Video üblich ist, beinhaltet jedoch das Gendersternchen, das die Interviewte nicht ‚gesprochen‘ hat. Der VDS sieht darin einen eklatanten Verstoß gegen die journalistische Ethik und hat deswegen Beschwerde beim zuständigen Fernsehrat eingereicht.“ Weiter wird in diesem Artikel aus dem Beschwerdeschreiben zitiert: Es wird beanstandet, dass ein Interview bewusst verfälscht werde, weil die Interviewpartnerin eindeutig Bezeichnungen wie ‚Leser‘ oder ‚Designer‘ verwendet habe, aber in den Untertiteln

    ‚Leser*innen‘ bzw. ‚Designer*innen‘ zu lesen waren. Aus meiner Sicht zeigt dies ein weiteres Mal, wie weit es mit Teilen unserer gebührenfinanzierten Sendern bereits gekommen ist: die korrekte Berichterstattung fällt einer Ideologie zum Opfer. Anstatt einer wahrheitsgemäßen Information der Zuschauer wird Genderpropaganda betrieben!


    Beispiel 12:
    Von Köpfen und Köpfinnen:
    Der SPD-Politiker Norbert Walter-Borjans hat das Sprachgendern einen weiteren Schritt vorangebracht. In einem Beitrag auf Twitter stellte er die neue Chefin der SPD-Jugendorganisation vor: „Die Jusos haben eine neue Köpfin.“ Dafür erntete der SPD Co-Vorsitzende umgehend beißenden Spott, welcher zudem Ausdruck dafür ist, wie weit sich die alte Arbeiterpartei von ihren ehemaligen Stammwählern gerade auch durch ihren Sprachgebrauch entfernt hat. Pardon, im neuen links-grünen Neusprech müsste es ja heißen ‚Arbeitendenpartei‘ bzw. ‚Stammwählenden‘ oder vielleicht doch besser ‚Arbeiter*innenpartei‘ bzw. ‚Stammwähler*innen‘, um diverse Menschen, pardon Mensch*innen nicht zu übergehen.übergehen.

    Beispiel 13:
    Die Tierschutzorganisation PETA fordert, dass bestimmte Sprachwendungen wegen Tierdiskriminierung zu vermeiden sind, so beispielsweise folgende:

    • ‚Mit Dir habe ich noch ein Hühnchen zu rupfen‘: Stattdessen solle man besser sagen: ‚Mit Dir habe ich noch ein Weinblatt zu rollen‘

    • ‚Die Katze aus dem Sack lassen‘: Wäre es etwa besser die Katze im Sack zu belassen?!

      Die selbsternannten politisch korrekten Sprachwächter werden immer wieder neue, noch absurdere Beispiele suchen und schließlich auch finden, ohne dass ein Ende absehbar wäre, ließen wir sie einfach gewähren. Sie werden niemals Ruhe geben!

  • Absurde Beispiele politischer Sprachkorrektheit

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  • Was hat das Öko-System ‚Wald‘ mit unserem System ‚Sprache‘ gemein?

    Mit einer zunächst seltsam klingenden Frage ist dieser Text überschrieben: Was kann schon das Öko-System Wald mit dem System unserer Sprache gemein haben sollen?

    Beginnen wir mit dem Wald:

    Wie wir heute wissen – oder besser wissen sollten – ist der Wald viel mehr als irgendeine Ansammlung von Bäumen: Es handelt sich – insbesondere bei einem gesunden, naturwüchsigen Wald – um ein äußerst komplexes Öko-System, in welchem eine kaum überschaubare Zahl verschiedenster Lebensformen in noch sehr viel komplexeren Wechselbeziehungen zueinander stehen und dabei gegenseitig voneinander profitieren, ja oftmals geradezu aufeinander angewiesen sind, um sich gut entwickeln sowie überhaupt überleben zu können. So übersteht ein solcher Urwald sehr viel besser längere Dürrperioden als Monokulturplantagen aus schnell wachsenden Fichten, wie sie in der Vergangenheit vielfach in unseren Breiten zur Deckung des Holzbedarfes in Reih und Glied angepflanzt worden sind. Gleiches gilt für die Widerstandskraft gegen den Borkenkäfer, dem im Zusammenspiel mit den genannten Dürrephasen reiheinweise vor allem große Nadelholzplantagen zum Opfer gefallen sind. Ein urwüchsiger Mischwald hingegen kann unter anderem aufgrund seiner Bodenstruktur mit einer dicken sowie aus unzähligen Lebewesen bestehenden Humusschicht sehr viel mehr Wasser längere Zeit speichern als jene künstlich angelegten Plantagen mit einer oder wenigen Baumarten, die zudem eigentlich gar nicht in unsere Klimazone passen. Auch können sich Bäume in einem solch gesunden Mischwald beispielsweise mithilfe eines ausgedehnten unterirdischen Pilznetzwerkes gegenseitig vor Feinden wie dem Borkenkäfer warnen, um sich dann gegen diesen frühzeitig zu wehren. Zudem profitieren beide – also Pilze und Bäume – bei der gegenseitigen Versorgung mit Nährstoffen voneinander. Man hat in den letzten Jahrzehnten immer mehr über die ungeheure Vielfalt der Lebensformen sowie deren gegenseitige Vernetzung in einem urwüchsig-gesunden Wald herausgefunden, so dass man heute weiß – oder besser wissen sollte – wie unvernünftig es war, im Wald nur eine Ansammlung von Bäumen zu sehen, die man beliebig nach einseitigen Nutzenerwartungen – wie der Beschaffung von möglichst billigem Holz – in Plantagenform anlegen kann, ohne dass dies gravierende Nebenwirkungen zeitigen würde. Heute können wir unter anderem anhand großflächig abgestorbener Fichtenmonokulturen das Ergebnis solcher Vorstellungen nicht mehr übersehen.

    Wer nun aber meint, dass man einfach nur die eine Baumart gegen eine andere ersetzen müsste, um dann alles genauso wieder zu handhaben wie in der Vergangenheit, irrt gewaltig. Denn aufgrund des oben nur kurz Dargelegten muss jedem klar sein, dass man mit derart simplen Vorstellungen der Komplexität des Öko-Systems ‚Wald‘ nicht im Geringsten gerecht wird: Das überaus komplexe Ineinandergreifen einer ungeheuren Vielzahl von Organismen bis hin zu den weithin sichtbaren Bäumen verbietet einseitige, ja, geradezu primitiv-reduktionistische Sichtweisen, so dass sich punktuelles Eingreifen in solch vernetzte Systeme ohne Rücksicht auf das komplexe Gesamtsystem als völlig unangemessen, ja gefährlich erweisen bzw. offensichtlich bereits erwiesen haben! Willkürliche Einzelmaßnahmen, welche nicht mit dem Gesamtsystem abgestimmt sind, ziehen in aller Regel negative Folgewirkungen nach sich, die man aufgrund einseitiger Sichtweisen gar nicht in Betracht gezogen hat oder nicht in Betracht ziehen wollte. Man hatte nur das eine Ziel – beispielsweise die schnelle und billige Holzbeschaffung – vor Augen und ordnete alles Andere diesem einen Ziel unter, ohne Rücksicht, was man damit alles anrichten würde!

    Das Ergebnis dieser Vorgehensweise ist letztlich in jeder Hinsicht mehr als ernüchternd, selbst wenn man das wesentliche ursprüngliche Ziel – nämlich die billige Holzbeschaffung – nach mehreren Jahrzehnten heute bewertet:

    Mittlerweile werfen ökologisch-nachhaltig bewirtschaftet Mischwälder mehr Gewinn ab, als die meisten Fichtenplantagen. Und darin sind noch gar nicht die riesigen Folgekosten einschließlich der damit verbundenen Naturzerstörungen auch nur annähernd miteinbezogen. Denn auf großflächig abgestorbenen und dann mit schwerem Gerät freigeräumten und plattgewalztem Boden ehemaliger Fichtenplantagen wächst oftmals überhaupt kein Wald mehr nach, unter anderem weil solche Böden ausgelaugt sind, kaum noch Wasser speichern und bei jedem Starkregen immer mehr Humusschicht verlieren, so diese in nennenswertem Umfang überhaupt noch vorhanden ist. All dies zeigt, dass man nunmehr zu dem Punkt angelangt ist, dass mit einer einseitigen Sichtweise, die alles Handeln einem einzigen Ziel untergeordnet hat – in diesem Fall die möglichst billige Holzbeschaffung – selbst jenes ursprüngliche und alleine im Mittelpunkt stehende Ziel bereits heute nicht mehr erreicht. Denn mittlerweile sind – wie oben bereits erwähnt – in der rein betriebswirtschaftlichen Betrachtung ökologisch-nachhaltige Wälder profitabler als jene Fichtenplantagen, ganz abgesehen von der zukünftigen Entwicklung sowie all der weiteren langfristigen ökologischen Folgekosten, welche noch auf uns und die nächsten Generationen zukommen werden.

    Eine Moral von der Geschichte ist: Man sollte sich vor einseitigen Sichtweisen hüten und nicht allzu leichtfertig alles einem einzigen Ziel bedenkenlos unterordnen. Dies gilt vor allem dann, wenn es um komplexe Systeme geht, in die man nicht einfach nur zur Durchsetzung eines Zieles alles langjährig Gewachsene mit all seinen Verästelungen hochmütig missachtet und stumpf-stur seine schlichten Vorstellungen mit aller Gewalt durchsetzt, ohne Rücksicht auf Verluste.

     

    Nun kommen wir zum System ‚Sprache‘:

    Bei unserer Sprache handelt es sich – ähnlich wie beim Öko-System Wald – um ein äußerst komplexes System, in welches man nicht einseitig zur Verfolgung eines Zieles beliebig eingreifen kann, ohne damit Gefahr zu laufen, das ganze System schwer zu beschädigen oder es gar zu zerstören. Denn mit derartigen einseitigen, nur einem Ziel verpflichteten Eingriffen in das fein gesponnene Netz eines komplexen Sprachsystems sind in aller Regel eine Vielzahl von Folgewirkungen verbunden, welche aus einem gut funktionierenden wie ästhetisch schönen System ein stotterndes Ungetüm werden lassen. Zudem erzeugen derartige Eingriffe aufgrund ihrer Unabgestimmtheit mit dem Gesamtsystem innere Widersprüche, die letztlich unauflösbar sind und wiederum weitere Eingriffe erfordern, welche dann oftmals weitere Probleme aufwerfen, ohne dass ein Ende absehbar ist.

    Anhand zweier Textbeispiele sollen einige der oben kurz erwähnten Probleme verdeutlicht werden: Das erste ist ein ausgedachter Dialog, allerdings formuliert nach den Regeln der Genderbefürworter, wohingegen das zweite ein reales ist und wirklich keine Satire, allenfalls Realsatire.

    Beispiel 1:

    Anne: „Ich habe mich gestern mit mehreren Freund*innen getroffen und den ganzen Abend über alles mögliche gequatscht. Dabei ging es auch um Mode, Fitness und darum, wie Sportler*innen, Moderator*innen oder Politiker*innen jeweils aussahen und wie sie sich in den letzten Jahren verändert haben.“
    Claus: „Typisch. Du und Deine Freund*innen unterhalten sich immer nur über das Äußere.“
    Anne: „Das stimmt doch gar nicht. Meine Freund*innen und ich haben uns letztens auch über Wissenschaftler*innen und Philosoph*innen und deren Themen unterhalten.“
    Claus: „Von mir aus. Ich war letztens mit vielen anderen Fahrradfahrenden unterwegs in der Natur. Es haben Vertreter*innen aus ganz unterschiedlichen Berufen teilgenommen: Backende, Lehrer*innen, Handwerker*innen – oder muss es Handwerkende heißen?“
    Anne: „Weiß ich auch nicht so genau. Ich werde mich demnächst bei unserer Genderbeauftragten im Krankenhaus erkundigen, an die sich alle Mitarbeitende bzw. Mitarbeiter*innen wenden können. Übrigens ist unsere Säuglingsstation in ‚Saugendenstation‘ umbenannt worden.“


    Beispiel 2:
    Stellenausschreibung in der akademischen Zeitschrift Forschung & Lehre (8/2019):

    „Zum Vorschlag gehören der Name der/des Vorgeschlagenen, die Hochschule, die/ der sie/er angehört, eine Begründung des Vorschlags, die das Verdienst der/des Vorgeschlagenen skizziert, sowie ggf. aussagekräftige Unterlagen über die Leistung der/des Vorgeschlagenen.“ (S. 715), oder: „Zu den Aufgaben der/des zukünftigen Stelleninhaberin/Stelleninhabers…“ (S. 766) oder „Die/Der zukünftige Stelleninhaber/-in…“ (S.771).

    Diese beiden Beispiele zeigen in aller Kürze, wozu einseitige Eingriffe in ein komplexes Sprachsystem führen, wenn man alles nur einem Ziel – hier einer angeblichen Gendergerechtigkeit – unterordnet: Eine Sprache nach solchen Regeln wird zu einem hässlichen Ungetüm, das zudem kaum jemand regelkonform im Sprachalltag anwenden könnte oder auch nur wollte. Dies liegt unter anderem auch daran, dass das Regelsystem der Genderbefürworter viele innere Widersprüche aufweist, von denen nachfolgend nur einige, wenige zu stichwortartig aufgeführt werden:

    • -Soll man Wörter wie ‚Flüchtling‘ oder ‚Säugling‘ durch ‚Geflüchtete‘ bzw. ‚Gesäugte‘ ersetzten oder durch ‚Flüchtende‘ bzw. ‚Saugende‘? Oder sind auch diese Formen beispielsweise gegenüber Transgenderflüchtlingen diskriminierend, so dass es besser ‚Flüchtling*in‘ heißen müsste?!
    • Da angeblich generische Maskulina wie ‚der Lehrer‘ oder ‚der Bäcker‘ das weibliche Geschlecht nicht sichtbar werden lassen, soll man besser von Lehrerinnen und Lehrern bzw. Bäckerinnen und Bäckern sprechen. Doch müsste man dann nicht auch dementsprechend bei generischen Feminina Wörter wie ‚die Person‘ durch einen ‚Personerich‘ ergänzen, um an dieser Stelle das männliche Geschlecht sichtbar zu machen?
    • Oder aber soll man doch besser von ‚Lehrenden‘, Backenden‘ bzw. ‚Forschenden‘ sprechen? Aber werden hier – wie in den obigen Beispielen der Flüchtlinge nicht wiederum Transgender-Leute benachteiligt?

    Wann soll also welche Regel gelten und warum? Es ließen sich noch unzählige weitere Beispiele aufführen, welche die ganze innere Widersprüchlichkeit ein ums andere Mal belegen würden. Denn es stellen sich bei unzähligen weiteren Wörtern gleiche oder ähnliche Fragen, auf dass man endgültig den Überblick verliert und niemand, wirklich niemand mehr in der Lage ist, all das in einem halbwegs flüssigen Gespräch zu beachten. Und es bleibt ja nicht auf einzelne Wörter beschränkt, sondern weitet sich auf den Satzbau aus, wie vor allem auch im zweiten Beispiel verdeutlicht werden konnte.

    Infolgedessen stellt sich dann die oben bereits formulierte Frage: Wann soll man welche Regel beachten und warum?! Da dieses Problem selbst den meisten Genderverfechtern klar sein dürfte, bleibt jenen dann nur folgendes: Sie picken sich einzelne Wörter oder Aspekte heraus, ändern diese nach Gutdünken so, wie es ihnen gerade passt.

    Trotz alledem: Alles soll und muss – wenn es nach den Sprachgenderbefürwortern geht – nur einem als vermeintlich richtig und natürlich moralisch guten Zweck ohne Rücksicht auf Verluste untergeordnet werden. Alles andere wird plattgewalzt wie der Boden der oben beschriebenen abgestorbenen Fichtenplantagen, auf denen dann kaum noch etwas nachwächst. Ein solches Schicksal droht auch unserer eigentlich schönen sowie variantenreichen Muttersprache, wenn die politisch-korrekten Sprachwächter mit ihrem ideologisch einseitigen Weltbild an ihr herumdoktern, wie allein schon anhand der oben aufgeführten Textbeispiele und Argumente gezeigt werden konnte.

    Dem Ganzen wird die Krone noch dadurch aufgesetzt, dass es den eigentlichen Grund für derartige Sprachveränderungen – oder besser gesagt: Sprachverschandelungen – gar nicht gibt, sprich dass Frauen oder diverser Personen durch die deutsche Sprache benachteiligt würden. Mein Text ‚Sprachwissenschaftliche Argumente‘ widerlegt diese Grundannahme der Genderbefürwortet Punkt für Punkt, unter anderem anhand des gültigen Regelwerks der deutschen Grammatik. Hinzu kommen noch weitere, sehr gewichtige Gründe, die gegen das Sprachgendern sprechen und dort ebenfalls nachzulesen sind.

    Im Textbeitrag ‚Sprache und Geist‘ beleuchte ich aufbauend auf den obigen Ausführungen sowie den bereits genannten sprachwissenschaftlichen Argumenten, dass Sprache und Geist ein viel komplexeres Geflecht bilden, als es uns die Genderbefürworter uns weismachen wollen. Dadurch werden nochmals die oben erörterten Gemeinsamkeiten zwischen dem Ökosystem ‚Wald‘ und dem System ‚Sprache‘ verdeutlicht.

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  • Sprache und Geist:

    Ein viel komplexeres Geflecht als die Genderbefürworter uns weismachen wollen:

    Sprache und Geist hängen untrennbar miteinander zusammen, beeinflussen sich gegenseitig und bilden daher ein äußerst facettenreiches Geflecht, das hinsichtlich seiner Komplexität durchaus viele Ähnlichkeiten mit Ökosystemen wie einem urwüchsigen, gesunden Mischwald aufweist, wie in einem anderen Textbeitrag beschrieben.

    Aus der allgemeinen und durchaus richtigen Annahme heraus, dass Sprache immer auch unseren Geist beeinflusst, leiten Genderbefürworter eine wichtige Begründung für die von ihnen propagierten Veränderungen der Sprache ab: Selbst wenn bei generischen Maskulina wie ‚Bürger‘ oder ‚Schauspieler‘ grammatikalisch gesehen auch Frauen gleichermaßen wie Männer gemeint sind, so würden wir bei solchen generischen Maskulina dennoch vor allem an Männer denken. Infolgedessen werde unser Geist gewissermaßen einseitig dergestalt geprägt, dass Frauen systematisch benachteiligt und Männer bevorzugt würden. Dies werde angeblich durch Experimente wie das folgende bewiesen:

    Fordert man eine Gruppe von Menschen auf, ihnen bekannte Schauspieler zu nennen, dann werden viel häufiger Männer als Frauen genannt. Wenn man hingegen nach Schauspielerinnen und Schauspielern fragt, ergibt sich regelmäßig ein viel ausgewogeneres Geschlechterverhältnis bei den Nennungen. Damit sei eindeutig belegt, dass Sprache unseren Geist beeinflusse – was im Übrigen kein vernünftiger Mensch in dieser Allgemeinheit bestreiten wollte. Aber dann wird weiter geschlussfolgert, dass man aufgrund derartiger Experimente und ihrer eindeutigen Ergebnisse die Sprache eben dergestalt verändern müssen, dass solche generischen Maskulina wie ‚Schauspieler‘, ‚Bürger‘ sowie viele, viele mehr nicht mehr Verwendung finden sollten und durch zusätzliche Nennung weiblicher Formen ergänzt oder noch besser durch Wörter mit Gendersternchen ersetzt werden sollten, sprich ‚Bürger‘ durch ‚Bürger*innen‘ oder ‚Schauspieler‘ durch ‚Schauspieler*innen‘, damit auch Menschen, die sich keinem der beiden Geschlechter zuordnen können oder wollen, ihre angemessene sprachliche Berücksichtigung erführen.

    Aber ist es wirklich so simpel? Kann man aufgrund von derart schlichten Experimenten das komplexe Ineinandergreifen von Sprache und Geist auf eine solche simple Weise auch nur annähernd zutreffend erklären und damit so weitreichende Änderungen unserer Sprache rechtfertigen?

    Wenden wir uns dem oben beschriebenen Experiment einmal näher zu und gehen einmal davon aus, dass wirklich bei solchen wie oben dargestellten Befragungen ein ausgewogeneres Verhältnis bezüglich der Nennungen männlicher und weiblicher Schauspieler herauskommt, wenn ausdrücklich sowohl nach ‚Schauspielern‘ als auch ‚Schauspielerinnen‘ gefragt worden ist. Was lässt sich wirklich daraus schlussfolgern? Zunächst einmal ist es nicht verwunderlich, dass bei einer solch ausdrücklichen Nachfrage nach beiderlei biologischem Geschlecht man eben an Frauen wie Männer denkt und infolgedessen tendenziell dann eben auch beide Geschlechter in einem ausgewogeneren Verhältnis genannt werden. Liegt aber die häufigere Nennung von männlichen Schauspielern – wenn nur nach ihnen im generischen Maskulinum gefragt wird – vielleicht daran, dass es einfach mehr bekannte männliche Schauspieler gibt und viele sich in einer solchen unvorbereiteten Fragesituation dann eben vor allem an Männer erinnern? Würde das oben beschriebene Experiment dergestalt abgewandelt, dass man nach ‚Grundschullehrern‘ aus der eigenen Schulzeit – also im generischen Maskulinum – fragte, dann erhielte man höchst wahrscheinlich vor allem weibliche Nennungen, weil die meisten Grundschullehrer eben Frauen sind.

    Oder schauen wir uns einmal folgenden Satz näher an:

    „Der Feldherr schickte seine Leibgarde im entscheidenden Moment der Schlacht ins Feld, um mit Schild und Schwert den Sieg herbeizuführen.“

    Woran denken wir unwillkürlich: An Frauen oder Männer bei der Leibgarde des Feldherrn? Natürlich an Männer, weil vor unserem geistigen Auge in einer Schlacht mit Schwertern aufgrund unseres historischen Wissens nur Männer als Kämpfer in Frage kommen. Es sei denn es kämen uns die Amazonen aus der griechischen Sagenwelt gerade in den Sinn. Wir denken also in aller Regel zunächst an Männer, obwohl es in dem Satz ja um die Leibgarde ging. Die Nennung eines Begriffes mit einem grammatisch weiblichen Geschlecht – sprich Genus – ruft in uns also keineswegs eher das Bild von Frauen hervor, wie es aber doch eigentlich aufgrund des eingangs erwähnten Experimentes der Sprachgenderbefürworter*innen der Fall sein müsste.

    Allein schon die beiden aufgeführten Beispiele zeigen, dass unsere geistigen Vorstellungen und Denkmuster viel komplexer sind und man von vorschnellen und vor allem weitreichenden Schlussfolgerungen nur aufgrund sehr schlichter Experimente absehen sollte. Sprache und Geist beeinflussen sich gegenseitig auf eine ungeheuer komplexe Art und Weise, deren ganzen Umfang wir überhaupt noch nicht erfasst haben und es wahrscheinlich auch niemals werden. Allerdings wissen wir dennoch unter anderem folgendes: Sprache wirkt auf unseren Geist nicht so sehr durch einzelne Wörter, sondern viel mehr in dem Kontext eines Textes oder Gespräches, in denen sie genannt werden. Wenn beispielsweise davon die Rede ist, dass in den nächsten drei Tagen unsere Großeltern zu Besuch bei uns sein werden, schließen wir unwillkürlich auch die Nächte gedanklich mit ein, ohne diese ausdrücklich nennen zu müssen. Das nennt man in der Sprachwissenschaft ‚Inklusive Opposition‘: Dabei wird das gedankliche Gegenteil bzw. Gegenstück in der Regel nicht nur mitgemeint, sondern quasi automatisch in unserem Geist auch mitgedacht, ohne dass es dafür einer ausdrücklichen sprachlichen Nennung bedarf. Gleiches gilt für Wörter wie ‚Bürger‘: In Verlautbarungen beispielsweise von Politikern muss daher keineswegs von ‚Bürgerinnen und Bürgern‘ die Rede sein, damit unser Geist auch wirklich an beide Geschlechter denkt. Das tut er – wie oben bereits an einem anderen Beispiel gezeigt – ganz automatisch, weil wir eben in Kontexten denken, in denen einzelne Wörter aufgeführt werden.

    Solche Doppelnennungen haben sogar vielmehr negative Auswirkungen: Reden von Politikern wirken dadurch langatmiger, weil mehr Worte gemacht werden, als für das Verständnis erforderlich sind, sprich dass jedem Zuhörer klar ist, wer beim Wort ‚Bürger‘ gemeint ist. Zudem wird das ästhetische Sprachempfinden dadurch gestört, vor allem dann, wenn derartige Doppelnennungen auch noch undeutlich ausgesprochen und Teile des Wortes verschluckt werden: Ein besonders negatives Beispiel in dieser Hinsicht ist Olaf Scholz, dessen Reden ohnehin schon oftmals einschläfernd sind, aber durch diese meist undeutlichen Doppelnennungen noch eine unschöne Steigerung erfahren. Infolgedessen sinkt die Aufmerksamkeit der Zuhörer deutlich ab, selbst bei inhaltlich wichtigen Passagen. Und das sollte eigentlich nicht im Sinne des Redners sein. Dies gilt prinzipiell auch für Texte: Der Lesegenuss wird durch solche oder noch weitergehender durchgegenderte Schriftsätze erheblich gestört oder gar ganz zunichte gemacht: Aber derartige Beeinflussungen der Sprache auf unseren Geist finden bei den Genderbefürwortern natürlich keine Beachtung, einfach weil es nicht in ihr ideologisches Weltbild passt. Aber gerade auch Aspekte wie Sprach-Rhythmus oder Sprach-Fluss wirken ganz entscheidend auf unseren Geist und wie wir das Gehörte bzw. Gelesene verarbeiten, welche Gefühle ins uns beim Zuhören einer Rede oder dem Lesen eines Textes hervorgerufen werden, ist von größter Bedeutung, so beispielsweise für unsere Aufmerksamkeit hinsichtlich des Dargebotenen und der nachfolgenden Abspeicherung im Gedächtnis oder überhaupt das Wohlgefallen, das wir beim Hören bzw. Lesen eines Textes empfinden. All diese Empfindungen sowie vor allem deren gegenseitige Beeinflussung haben sehr viel größeren Einfluss auf unseren Geist als einzelne Wörter, insbesondere wenn man – wie beispielsweise beim Sprachgendern – nur auf einen einzigen Aspekt achtet und alles andere hintanstellt bzw. völlig ignoriert: So ist der Kontext, in dem ein Wort gebraucht wird, entscheidend für unseren Geist und dessen Umgang mit dem gesamten Inhalt eines Textes oder einer Rede und damit auch hinsichtlich des Einflusses auf unser Denken und Handeln.

    Ein weiteres Beispiel für den Einfluss der Sprache auf unser Denken sind die verschiedenen regionalen Dialekte: Sie prägen unser Sprachempfinden von Kindesbeinen an. Wir lernen und verinnerlichen unsere Muttersprache mit dem ganz typischen Klang und Rhythmus aus der Region, in der wir aufwachsen. Diese Phase des Lebens ist die Entscheidendste für unsere gesamte weitere Sprachentwicklung, für jene Mutter-Sprache, mit der wir tiefste Gefühle verbinden, ja die ein unersetzlicher Teil unseres Ichs ist. Nun stelle man sich einmal vor, wir würden jene Dialekte gendern: Es entstünde ein künstliches sowie abgrundtief hässliches Machwerk. Wer das nicht glaubt, kann sich ja einmal einen beliebigen Dialekt vornehmen und einen Text nach den oben in diesem Buch beschriebenen Genderregeln jener Neusprechanhänger umformulieren. Das Ergebnis würde für sich sprechen! Kein Mensch könnte sich wirklich tief im Innersten mit einer solchen Verunstaltung seiner von Kindesbeinen an erworbenen Mutter-Sprache anfreunden. Und jeder Versuch es dennoch zu tun, hätte nicht zuletzt auf den Geist, unsere Psyche viele negative Auswirkungen, nicht zuletzt weil wir eine solche Sprachverschandelung hinsichtlich Sprach-Rhythmus sowie überhaupt Sprach-Ästhetik als solche auch empfinden würden. Wir verlören unter anderem das urwüchsige Wohlgefühl, das wir mit jener Sprache verbinden. Wer das bestreitet, mache oben genannten Selbstversuch oder noch besser, fordere andere Menschen auf der Straße, in der Kneipe oder im Sportverein sowie im eigenen Familien- oder Bekanntenkreis dazu auf und frage dann, wie es die Angesprochenen empfinden. Die Antworten dürften bei so gut wie allen Befragten klar und eindeutig sein: Sie würden dieses Genderneusprech ablehnen. Und jene wenigen, die etwas anderes behaupteten, sollten sich dann zumindest die Frage gefallen lassen, ob sie denn auch wirklich in ihrem Sprachalltag jene Genderregeln anwendeten, insbesondere in ihrer Dialektsprache! Wenn also vernünftigerweise niemand eine solche Umgestaltung auf unsere Dialektsprachen ernsthaft fordern oder gar für durchsetzbar halten kann und wir daher in jenen dieses krude Neusprech unbeachtet lassen, warum nur in diesen Dialekten? Beeinflussen diese nicht viel mehr unser Bewusstsein oder Unterbewusstsein? Und wirkt sich das dann nicht viel stärker auf unseren Geist auch hinsichtlich einer angeblichen sprachlichen Gleichbehandlung aller biologischen Geschlechter aus? Müsste man also dann nicht doch viel eher sogar jene Dialekte diesen Neusprechregeln anpassen, damit unser Sprechen, Denken und dann auch Handeln besser würde, jedenfalls besser im Sinne dieser Möchtegern- Weltverbesserer?!

    Wieder einmal wird deutlich, welch ein anmaßender Unsinn alle Versuche sind, unsere Sprache und damit auch unser Denken, Fühlen und Handel nach den Vorstellungen jener Genderideologe zu ändern!

    Man könnte diesen Themenkomplex natürlich noch viel ausführlicher erörtern. Aber ich will es an dieser Stelle dabei belassen, weil es mir nur darum ging aufzuzeigen, dass derart schlichte Experimente jener Neusprechanhänger sowie den darauf fußenden weitreichenden Schlussfolgerungen vieler Genderideologen wie eingangs dieses Kapitels erwähnt, ob genau dieser simplen Schlichtheit willen, vollkommen unangemessen sind. Selbst wenn in manch ausgesuchten Einzelfällen mehr Männer als Frauen bei Befragungen genannt werden, rechtfertigt dies keinesfalls eine derart umfassende Veränderung unserer Sprache, allein auch schon deshalb, weil – wie oben beschrieben – in anderen Fällen mehr Frauen als Männer genannt werden.

    Gesellschaftlichen Benachteiligungen von Frauen oder wem auch immer sollte man mit anderen und vor allem wirkungsvollen Mitteln begegnen, nicht aber mit Pseudo- oder Alibimaßnahmen, die an der Wirklichkeit nichts ändern, sondern manchen Möchtegern-Weltverbesserern nur ein besseres Gefühl ihrer selbst vermitteln.

  • Sprache und Geist

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  • Bekannte Persönlichkeiten beziehen Stellung gegen eine angeblich gendersensible Sprachumwandlung:

    Nachfolgend werden nur einige der zahlreichen und immer weiter zunehmenden Stimmen bundesweit bekannter Persönlichkeiten aufgeführt, die gegen die eine angeblich gendersensible Sprache und deren Durchsetzung öffentlich Stellung beziehen. Damit wirken sie einem vermeintlichen Bild entgegen, dass unter Prominenten weitgehend die Gendersprache akzeptiert sei. Dem ist aber eben ganz und gar nicht so! Die nachfolgend zitierten Äußerungen einiger Prominenter beweisen eindrucksvoll, dass die Genderbefürworter*innen keinesfalls den öffentlichkeitswirksamen Diskurs alleine bestimmen.

    Ich habe bei den Berufsbezeichnungen der hier zitierten Persönlichkeiten immer das generische Maskulinum verwendet wie ‚Schauspieler‘. So äußerte im unten nachzulesenden Beitrag Frau Antje Katrin Kühnemann, dass sie nicht durch „eine Verniedlichung mit ‚in‘ und ‚innen‘ reduziert werden“ wolle. Unter anderem ihrem Wunsch entspreche ich damit.

    Nun einige ausgewählte Stimmen von Prominenten:

    Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer, Mediziner und Vorsitzender des Wissenschaftsforums Ruhr und Bruder des bekannten Sängers Herbert Grönemeyer:
    Ich zitiere hier einen Gastbeitrag von ihm in den VDS Sprachnachrichten aus dem Jahr 2021 (Nr. 89, 1/2021, Seite 9):

    „Haben wir nicht andere Probleme als die deutsche Sprache mit einer vermeintlichen Geschlechtergerechtigkeit zu befreien? Corona, Kriege, Hunger und Armut gilt es zu überwinden! Die Debatte um neue Sprachformen, um ihre Verweiblichung, sorry, Verfraulichung ist da nicht mehr als eine Peinlichkeit, nicht einmal ein Nebenkriegsschauplatz.

    Nur eine Ablenkung von den vielen Problemen, mit denen wir sonst nicht fertig werden. Das erzeugt Stress, Frust und Unmut gegenüber den politischen Entscheidern. Oder müsste ich jetzt politische Entscheider*innen schreiben? Soll es in Zukunft: Max Mustermann, die Hebamme oder der Hebamme*r heißen? Wollen wir wirklich anfangen, zu stottern wie die Moderator*innen im Fernsehen und Radio, und dabei in immer weitere sprachliche Verstrickungen und Sprachverwirrungen geraten? Dürfen wir noch jeder sagen, wenn in der Aussage

    „jeder hat Angst vor Corona, Kriegen oder Klimakatastrophen“ doch jeder Mensch gemeint ist. Oder wird es zukünftig etwa jede Mensch*in heißen oder der Leiche, wenn es sich um einen verstorbenen Mann handelt? Die ganze Welt würde über Deutschland, das bei Corona-Impfungen oder Schnelltestanalysen und in digitaler Vernetzung noch viel zu tun hat, den Kopf schütteln. Vermutlich werden sie sich weigern, ihre Übersetzungslexika, ihre deutschen Schulbücher und online- Programme, ihre Amtsdokumente zu reformieren und neu herauszugeben. Warum denn auch? Stottern macht krank, lachen heilt!

    Mein Titel, Ansprache und Zitierung sind und bleiben Herr Professor oder Herr Doktor sowie Moderator und Autor. Ich habe Angst vor Diktaturen, auch vor SprachdiktatorInnen.“

    BAP-Sänger Wolfgang Niedecken:
    „Gendersternchen nerven mich. Ich würde niemals ein Gendersternchen irgendwo schreiben. Käme mir albern vor“. (Quelle: Info-Brief vom 04.04.2021)

    Dieter Hallervordern, Kabarettist, Schauspieler, und Theaterintendant:
    n einem Interview mit der WAZ machte er klar: Gendern ist eine der absurdesten Sachen überhaupt. Vor lauter ‚Political Correctness‘ wüsste er schon gar nicht mehr, welchen verbalen Slalom er durchkurven müsse, um alle Fettnäpfchen gekonnt zu umrunden. „Wie kommt eine politisch motivierte Minderheit dazu, einer Mehrheit vorschreiben zu wollen, wie wir uns in Zukunft auszudrücken haben? Die deutsche Sprache als Kulturgut gehört uns allen. Keiner hat ein Recht, darin herumzupfuschen. Sprache entwickelt sich von allein, aber nicht auf Druck von oben. Gendern ist – wie ein weiser alter Mann wie Joachim Gauck sagte – ‚betreutes Sprechen‘. Ich und viele mit mir brauchen keine Erziehung zu Sensibilität“, so Hallervorden. (waz.de) (Quelle: VDS Info-Brief vom 01.01.2021)

    Aus einem weiteren VDS Rundschreiben an ausgewählte VDS-Mitglieder des gleichen Jahres (2021) wird Herr Hallervorden mit folgenden Worten zitiert:

    „Natürlich entwickelt sich Sprache. Aber sie entwickelt sich nicht von oben herab auf Befehl. Es hat in der letzten Zeit nämlich zwei Versuche gegeben. Einmal von der Nazis und einmal von den Kommunisten. Beides hat sich auf Druck durchgesetzt, aber nur temporär – und nur auf Zwang.“

    Harald Schmidt, Kabarettist und Schauspieler:
    „Wenn das erste (gemeint ist das Gendersternchen) auftaucht, lese ich nicht weiter.“ (Quelle: obiges VDS-Rundschreiben)

    Heinz Rudolf Kunze, Musiker:
    „Ich finde, die deutsche Sprache verkümmert mit diesen Gendersternen und was es da alles gibt.“
    „Dieser Irrsinn zerstört die Sprache. Für mich ist Sprache neben Tönen das Wichtigste, was ich habe, das ist mein Lebensmittel. Ich schwimme darin wie ein Fisch und schaffe das Wasser, in dem ich schwimme, selbst. Und ich lasse mir nicht ins Wasser pinkeln.“
    „Es geht nicht darum, sich um die wahren Probleme zu kümmern, die es gibt, ich bin der Letzte, der sie leugnet. Es geht darum, durch Sprachdiktatur auszuspionieren, auf welcher Seite man steht.“ (Quelle: obiges VDS-Rundschreiben)

    Antje Katrin Kühnemann, Schauspieler:
    „Ich freue mich, als Frau denselben Beruf wie ein Mann ergreifen zu können – da will ich doch nicht auf eine Verniedlichung mit ‚in‘ und ‚innen‘ reduziert werden. Das ist keine Emanzipation, sondern ein Rückschritt.“ (Quelle: obiges VDS-Rundschreiben)

    Christoph Maria Herbst, Schauspieler:
    „Gendern kommt mir nicht über die Lippen.“ (Quelle: obiges VDS-Rundschreiben)

    Jürgen von der Lippe, eine feste Größe seit den 1970er Jahren in der deutschen Kommödiantenbrache:
    Ich zitiere nachfolgend aus dem VDS-Info-Brief vom 16.01.2021:

    „Er ist sich auch nicht zu fein, gegen den Strom zu schwimmen und Dinge anzusprechen, die politisch nicht korrekt sind. In einem Interview in der Bild am Sonntag rechnete er jetzt auf seine charmante Weise mit dem Gendern ab. Er habe sich gleich zu Beginn des Interviews verbeten, in der gedruckten Endfassung gegendert zu werden - das sei vor ihm schon Wayne Carpendale (in der Gala) passiert. „Ich möchte nicht, dass der Eindruck entsteht, ich würde mich einer grammatikalisch fehlerhaften und vor dem philosophischen Hintergrund unsinnigen Sprache bedienen“, sagte von der Lippe. Sprache ändere sich immer – aber immer von unten: „Es ist doch ein Skandal, dass Universitäten verlangen, dass Arbeiten von den Studenten gegendert und so in einem falschen Deutsch eingereicht werden. Es entsteht der Eindruck, dass es eine breite Bewegung wäre. Aber das Gegenteil ist der Fall. Je nach Umfrage wollen bis zu 91 Prozent der Deutschen nicht gendern.“ Vor allem die sinnfreien Partizipien ärgern ihn: „Der Bäcker ist ein Backender, wenn er in der Backstube steht. Wenn er auf dem Klo sitzt, dann nicht mehr.“ Im generischen Maskulinum könne sich jeder zu Hause fühlen, so von der Lippe: „Wenn ich selbst queer wäre, also schwul, lesbisch, bi-, trans- oder intersexuell, wäre ich beleidigt, dass ich nur von so einem kleinen Zeichen repräsentiert werden soll.“ Ende des Zitats.

    Ingo Appelt, Comedian:
    „Hör mit auf damit, das ist doch furchtbar, das ist alles so eine akademisch abgehobene Kacke!“ (Quelle: obiges VDS-Rundschreiben)

    Elke Heidenreich, Autor:
    „Für mich ist Gendersprache reaktionär.“
    „Das Wort ‚Schriftsteller:in‘ ist idiotisch – akustisch, aber auch in schriftlicher Form ist es grammatikalisch falsch. (…) Ich glaube aber, dass sich das nicht durchsetzt, denn das ist eine bestimmte Gruppe, die das macht. Das Gendern ist nicht in der Bevölkerung verankert.“ (Quelle: obiges VDS-Rundschreiben)
    „Grauenhaft, wenn ich das schon höre, diese Sprache. Das ist verlogen und es verhunzt die Sprache“, sagte sie dem Kölner Stadt-Anzeiger. Das ‚feministische Betonen‘ in der Sprache gehe ihr gegen den Strich. Generell hält sie Eingriffe in die Sprache für falsch, vor allem in der Literatur. Das sei überkorrekt und hysterisch. „Literatur nachträglich bereinigen geht gar nicht. Bücher sind ein in sich geschlossenes Kunstwerk.“ (Quelle: Info-Brief vom 05.06.2021)

    Reiner Kunze, Schriftsteller:
    „Der Sprachgenderismus ist eine aggressive Ideologie, die sich gegen die deutsche Sprachkultur und das weltliterarische Erbe richtet, das aus dieser Kultur hervorgegangen ist.“ (Quelle: obiges VDS-Rundschreiben)

    Nele Pollatschek, Schriftsteller:
    Nele Pollatschek plädiert für geschlechtslose Sprache. Sie selbst bezeichnet sich als „Schriftsteller“ und möchte in der Öffentlichkeit auch so vorgestellt werden: Nele Pollatschek. In Gesprächsrunden über geschlechtergerechte Sprache ist sie des Öfteren zu Gast und spricht sich gegen das Gendern aus. So auch vergangene Woche in der Sendung von Sandra Maischberger. Allein die Vorstellung Pollatscheks als „Schriftsteller“ sorgte für Nachfragen. Welches Geschlecht sie habe, erklärte Pollatschek, gehe „in der Öffentlichkeit niemanden etwas an“. Natürlich habe sie eine geschlechtliche Identität, nur sei diese im Zusammenhang mit ihrer Funktion als Gast in der Sendung nicht relevant. „Ich habe natürlich ganz viele Aspekte, wie jeder Mensch, und dann frage ich mich: Warum ist das einzige, was wir hier sichtbar machen wollen, das Geschlecht?“ (Quelle: VDS Info-Brief vom 27.02.2021)

    Ewa Trutkowski, Sprachwissenschaftler:
    „(…) Wir brauchen eigentlich keine geschlechtergerechte Sprache, wir haben das generische Maskulinum, und das ist eine Form, die alle Geschlechter mit einschließt.“ (Quelle: obiges VDS-Rundschreiben)

    Konrad Paul Liessmann, Philosoph:
    „Der tragikomische Kampf gegen das generische Maskulinum ist eine der absurdesten Zeiterscheinungen.“ (Quelle: obiges VDS-Rundschreiben)

    Richard David Precht, Philosoph:
    „Gendergerechte Sprache ist eine der dümmsten Ideen unserer Zeit.
    Sprache ist kulturelle Heimat für Menschen, Sprache lebt durch Tradition. Die Tatsache, dass ich jetzt Mitbürger*innen oder Nationalsozialist*innen sage, macht aus mir keinen besseren Menschen und schafft auch nicht die geringste Form von Gleichberechtigung“, so Precht. Es sei selbstverständlich, Frauen gleichberechtigt zu behandeln, aber mit dem Gendern habe man aufs falsche Pferd gesetzt: „Weil die Linke nicht mehr daran glaubt, dass man die Welt besser machen kann, versucht sie, die Sprache besser zu machen.“ (Quelle: Info-Brief vom 11.04.2021)

    Christine Langenfeld, Bundesverfassungsrichter:
    „Sprache muss verständlich bleiben – mündlich und schriftlich. Ich denke mit etwas Sorgen an Bestrebungen, Gesetzestexte durchgängig zu gendern, weil ich ja als Verfassungsrichterin weiß, wie schwer es manchmal für die Bürger ist, Gesetzestexte zu verstehen.“ (Quelle: obiges VDS-Rundschreiben)

    Joachim Gauck, Alt-Bundespräsident:
    „Wenn man die deutsche Sprache unbedingt einer erhofften gesellschaftlichen Entwicklung anpassen will, kann das schnell zu Übertreibungen führen, die von großen Teilen Bevölkerung abgelehnt werden.“
    „Dann machen die Unirektoren und Präsidenten plötzlich Vorgaben, wie wir zu sprechen und zu schreiben haben. Dann kommen Sternchen und Striche und unaussprechliches Zeug dazu. Das mag jetzt für sie etwas reaktionär klingen, aber ich nenne das ‚betreutes Sprechen.“
    (Quelle: obiges VDS-Rundschreiben)
    Dorothee Beer, CSU-Politiker:
    „Ich finde das alles total gaga, sowohl das Binnen-I als auch das Gendersternchen. Dass man Sprach so verhunzt und vergewaltigt – davon halte ich gar nichts.“ (Quelle: obiges VDS-Rundschreiben)

    Stefan Aust, Herausgeber der Welt am Sonntag:
    Der Herausgeber der Welt am Sonntag – Stefan Aust – erinnert daran, dass sich Sprache in aller Regel ohne staatliche Eingriffe in die Gesellschaft entwickle. Den Vorstoß der Hamburger CDU, Behörden das Gendern zu verbietet, findet er mutig und richtig. Minderheiten seien zu schützen, das mache die Meinung der Mehrheit aber nicht unwichtig. „Eine moralische Überhöhung der Sprache finde ich unangenehm“, sagte er in einem Interview mit der Welt am Sonntag: „Wenn es inhaltlich darauf ankommt, Unterschiede herauszustellen, dann mache ich es durch meine Sprachwahl deutlich. Wenn es zum Inhalt nichts beiträgt, dann nicht.“ (Quelle: Info-Brief vom 05.06.2021)


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